Termin Bgld. – 17.11.: Ruth Wodak „Wer oder was ist fremd?“ – Zur Macht der Sprache in der Politik

Identitäten setzen immer Grenzen, Inklusions- und Exklusionsprozesse voraus: Die Grenzen zwischen uns und den Anderen sind natürlich nicht ein für alle Mal festgeschrieben; Grenzen können verschoben werden, Zugehörigkeiten ändern sich und werden geändert, abhängig von politischen und anderen Interessen.

Auch in unserer europäischen Gesellschaft spielen Grenzen immer noch und immer wieder eine gar nicht paradoxe Rolle, werden manchmal abgeschafft und wieder neu errichtet: Staatsgrenzen, Ländergrenzen, Schengen-Grenzen, Sprachgrenzen: oft entsteht – getragen von einer „Politik der Angst“ – die Vision, man können sich auf ein Territorium zurückziehen und „das Haus quasi zusperren“. Damit im Zusammenhang stellt sich die Frage, wer welche Grenzen wann und wie überschreiten darf und kann, und wer wie Zugang zu Bildung, Wohnung und Arbeit, zu Aufenthaltsrecht oder Asyl erwirbt. Dass hier auch (aber nicht nur) Sprachkenntnisse in den Staatssprachen / Mehrheitssprachen oft entscheidend sind, wissen wir von den in ganz Europa emotional geführten sogenannten „Integrationsdebatten“.

O. Univ. Prof. Dr. Dr. h.c. Ruth Wodak ist seit 2004 Distinguished Professor for Discourse Studies an der Lancaster University (Großbritannien) und weiterhin affiliiert an die Universität Wien, an der sie sub auspiciis 1974 promoviert und 1980 habilitiert hat; 1991 wurde sie als ordentliche Professorin (für Angewandte Sprachwissenschaft) an die Universität Wien berufen.

Einladung Veranstaltung Ruth Wodak – Wer oder was ist fremd?