Die Simmeringerin Rosa Jochmann war bereits in der 1. Republik Gewerkschafterin und wurde im Ständestaat von den Austrofaschisten aufgrund ihrer politischen Gesinnung zu schwerem Kerker verurteilt. Nach dem deutschen Einmarsch wurde sie aus demselben Grund von den Nationalsozialisten in das Frauen-KZ Ravensbrück mit der Auflage „ Rückkehr unerwünscht“ deportiert.Rosa Jochmann überlebte und kehrte nach der Befreiung nach Österreich zurück. Sie wurde 1945 in den Nationalrat gewählt, in dem sie Simmering sehr engagiert vertrat. 1967 legte sie altersbedingt ihr Mandat zurück.Als 1978 das Unterrichtsfach „ Politische Bildung“ eingerichtet wurde, stellte sie sich, bereits 77-jährig, als Zeitzeugin zur Verfügung. Sie besuchte hunderte Schulen und führte unzählige Gespräche mit jungen Menschen, um vor Rechtsextremismus und Antisemismus zu warnen. Trotz ihres hohen Alters blieb sie bis 1993 in der „ Politischen Bildung“ aktiv. Sie verstarb 1994 in 93. Lebensjahr.Die besondere Leistung von Rosa Jochmann in der 2. Republik lag in ihrer 22-jährigen Tätigkeit als Simmeringer Abgeordnete zum Nationalrat – mit besonderem Einsatz für die Opferfürsorge und Sozialpolitik – sowie in ihrem bis an ihr Lebensende währenden aktiven Bildungseinsatz gegen Menschenverachtung und demokratiefeind-lichen Radikalismus.Für dieses Lebenswerk soll die Benennung der o.a. Wohnhausanlagenach Rosa Jochmann erfolgen.
| Bezirksvorsteherin KR Renate Angererbeehrt sich, zur Benennung der städtischen Wohnhausanlage Simmeringer Hauptstraße 142-150 in „Rosa Jochmann-Hof“ am Dienstag, dem 10. September 2013 um 16:30 Uhr recht herzlich einzuladen.FestrednerAmtsführender Stadtrat Dr. Michael LudwigGemeinderat Dr. Harald Troch |
Rosa Jochmann-Hof, Einladung |