Wir trauern um Hans Landauer – APA Aussendung

Sozialdemokratische Freiheitskämpfer/innen trauern um Hans Landauer

Schwantner: „Wir verneigen uns vor diesem großen Antifaschisten und werden sein unverzichtbares Wirken stets in respektvoller Erinnerung behalten und weitertragen“

Wien (OTS/SK) – Hans Landauer hat im Spanischen BürgerInnenkrieg gegen den Faschismus gekämpft, das KZ Dachau überlebt und sein Leben der Aufklärung von NS-Verbrechen, dem aktiven Antifaschismus und der lebendigen Erinnerungskultur verschrieben. Sein Tod hat beim Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer/innen, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist/inn/en tiefe Bestürzung ausgelöst. „Wir verneigen uns vor diesem großen Antifaschisten und werden sein unverzichtbares Wirken für die gemeinsame Sache stets in respektvoller Erinnerung behalten und weitertragen“, betont Freiheitskämpfer/innen-Bundesvorsitzender Johannes Schwantner. ****

Landauer hat auch den Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer/innen, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist/inn/en mit Vorträgen und seiner historischen Expertise unterstützt. „Mit Hans Landauer verliert die gesamte Republik einen wichtigen Kämpfer gegen Unrecht und Unmenschlichkeit, für Freiheit und Demokratie. Landauer hat für eine bessere Welt sein Leben aufs Spiel gesetzt, sich im Kampf gegen NS-Seilschaften anno 1945 in Österreich auch vom größten Widerstand nicht beeindrucken lassen und den 1.380 österreichischen Spanienkämpfern mit seiner akribischen historischen Arbeit auch in Form eines Lexikons gemeinsam mit Erich Hackl ein Denkmal gesetzt“, so Schwantner.

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien

Tel.: 01/53427-275

Quelle: APA

Online Artikel von jungewelt.de über Hans Landauer

 

Aussendung von Dr. Gerald Netzl, Landesvorsitzender Wien:

Wir trauern um Gen. Hans Landauer

19.4.1921 – 20.7.2014

Hans Landauer wuchs in Oberwaltersdorf (Niederösterreich) auf und wurde Blattbindergehilfe. In Spanien trug er den Decknamen Hans Operschall. Mit dem „Lexikon der österreichischen Spanienkämpfer (2003, 2. erw. u. verb. Aufl. 2008)“ schuf er ein unverzichtbares Standardwerk über das Engagement von österreichischen AntifaschistInnen im Spanischen Bürgerkrieg. Was wäre passender, als den Eintrag über ihn im Lexikon hier als Nachruf zu bringen?

„Rote Falken. Im Juni 1937 aus Österreich nach Spanien. XI. IB/4. Baon/MGK und 35. Division/Spezialbaon. Am 4.9.1937 bei Mediana verwundet. Spital Benicàssim. Ab 6.10.1937 wegen Typhus in den Spitälern Tarragona, Reus und Valls. 22.1. – 9.2.1939 zweiter Einsatz. 1939 Saint-Cyprien, Gurs, Argelès, Gefängnis Toulon. Im November 1940 Verhaftung in Paris. Beim LG Wiener Neustadt am 19.4.1941 wegen Verdachtes der Vorbereitung zum Hochverrat angezeigt. 6.6.1941 – 29.4.1945 Dachau. Nach der Befreiung Kriminalbeamter in der Sicherheitsdirektion Niederösterreich, dann Kripo Wien, Abteilung 18 im Bundesministerium für Inneres, Angehöriger des UNO-Polizeikontingents auf Zypern und Sicherheitsbeamter an der Österreichischen Botschaft in Beirut. Ab 1983 Mitarbeiter des DÖW.“

Link zum Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes