75 Jahre 9.11.1938 Programm in Innsbruck

DIE REICHSPOGROMNACHT VOM 9. AUF 10. NOVEMBER 1938 IN INNSBRUCK

Die blutige Pogromnacht fand in Innsbruck nicht zufällig statt, sie wurde genauestens geplant. Als Vorwand diente die Ermordung des Gesandten Ernst von Rath in der deutschen Botschaft in

Paris durch Herschl Grynspan. Um aber bei der Bevölkerung in Innsbruck den Eindruck zu erwecken, dass ein spontaner Volkszorn ausgebrochen wäre, befahl der Tiroler NS-Gauleiter Franz Hofer, dass SA, SS und Gestapo in Zivilkleidung die jüdischen Bürgerinnen und Bürger überfallen und ermorden sollten.

Gegen 3.30 Uhr begannen die Aktionen in Innsbruck. Bei Kranebitten wurde der Leiter der Israelitischen Kultusgemeinde, Ing. Richard Berger, bestialisch erschlagen und in den Inn geworfen. In der Gänsbacherstraße 3 und 4 wurden Dr. Wilhelm Bauer und Ing. Richard Graubart ermordet. Karl Bauer, Mitbesitzer des Kaufhauses „Bauer & Schwarz“ (heute Kaufhaus Tyrol), überlebte mit schweren Kopfverletzungen, litt aber für den Rest seines

Lebens unter den gesundheitlichen Folgeschäden. Oberbaurat Ing.

Josef Adler wurde in seiner Wohnung in der Anichstraße so

schwer misshandelt, dass er fünf Wochen später starb. Er war das vierte Todesopfer dieser Nacht in Innsbruck. In derselben Nacht wurde das betagte Ehepaar Popper in die Sill geworfen. Es konnte sich jedoch knapp vor dem Ertrinken selbst retten.

Insgesamt wurden 18 jüdische MitbürgerInnen eingesperrt und bis zu 100 tätlich angegriffen und schwer verletzt.

Veranstaltungsblatt Gedenkfeier Progromnacht Innsbruck