Termin: 25.10. „Ausgelernt? – Antifaschistische Bildungsarbeit mit Lehrlingen“

Veranstaltung der Freiheitskämpfer/innen Hietzing in Kooperation mit der VHS Hietzing im Andenken an Prof. Hugo Pepper

 25. Oktober 2013, 18:30

„Ich habe ausgelernt“ – dieser Satz fällt oft, wenn ein junger Mensch die Lehre abgeschlossen hat. Dieser Satz zeigt auch, welchen Anspruch viele Menschen mit der Lehre verbinden: Jugendliche sollen gerade einmal so viel gelernt haben, dass sie sich produktiv ins Wirtschaftsleben eingliedern können. Was bedeutet dieser minimale Anspruch für Bildungsziele, die über den „Abschluss“ hinausreichen?

Der 2011 verstorbene Volksbildner Prof Hugo Pepper wirkte ab 1954 maßgeblich am „großen politisch-pädagogischen Experiment“ der „Lebensschule“ mit. Hier sollten Jugendliche und junge Erwachsene nicht nur ihr Allgemeinwissen erweitern und absichern, die Lebensschule sollte auch konkrete Beiträge zur Demokratisierung der Bildungsarbeit leisten und die SchülerInnen befähigen, sich ein kulturelles und politisches Weltbild zu erarbeiten.

Wie steht es um den emanzipatorischen Anspruch an die Bildung von Lehrlingen heute? Welchen Platz können historisch-politische Bildung, antifaschistische Aufklärungsarbeit und Sensibilisierung von Jugendlichen für aktuellen Rechtsextremismus im engen Rahmen der Berufsausbildung einnehmen? Bietet das System der Lehre überhaupt Platz für so große, hehre Ziele? Interessieren sich Jugendliche überhaupt für diese „alten Geschichten“?

Darüber diskutieren Menschen, die mit Jugendlichen arbeiten, die sich in historisch-politischen Bildungsprojekten engagieren und die versuchen, Lehrlinge, die oft „vergessene Mehrheit“ der österreichischen Jugendlichen, zu erreichen – und damit sehr erfolgreich sind.

 

Podium:

 

Doris Landauer, Leiterin des Projektes „Perspektiven für unentdeckte Talente – Prävention und Intervention bei frühzeitigem Bildungsabbruch“ , AMS Wien

Robert Patocka, ehemaliger Direktor der Berufsschule für Elektrotechnik und Mechatronik, Guide an der Gedenkstätte Mauthausen, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes

Milli Segal, Leiterin zahlreicher Projekte der außerschulischen historisch-politischen Bildung und verschiedener Ausstellungsprojekte, u.a. Kuratorin der Ausstellung Verdrängte Jahre – Bahn und Nationalsozialismus in Österreich.

Nicolai Wohlmuth, Bundesjugendvorsitzender der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten – Kunst, Medien, Sport, freie Berufe

Moderation: Stefan Schmid-Heher, Lehrer an der Hans-Mandl-Berufsschule, Freiheitskämpfer/innen Hietzing