{"id":935,"date":"2014-07-02T17:50:47","date_gmt":"2014-07-02T15:50:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/?p=935"},"modified":"2014-07-02T17:50:47","modified_gmt":"2014-07-02T15:50:47","slug":"hitlers-menschenhaendler-das-schicksal-der-austauschjuden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/?p=935","title":{"rendered":"Hitlers Menschenh\u00e4ndler &#8211; Das Schicksal der &#8222;Austauschjuden&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Juden als Handelsware \u2013 SS-Schacher mit Menschenleben<\/strong><\/p>\n<p>Nach der verlorenen Entscheidungsschlacht von Rommels Afrikakorps bei El Alamein, besonders aber nach der verheerenden Niederlage und dem Verlust der 6. Armee in Stalingrad, d\u00e4mmerte manchen Nazibonzen, dass ihr Eroberungskrieg nicht mehr zu gewinnen sei. So sollte das zweite Hauptziel der Nazibarbarei, die restlose Vernichtung des europ\u00e4ischen Judentums zu einem siegreichen Abschluss gebracht werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit der, bei der Wannseekonferenz 1942 beschlossenen \u201eEndl\u00f6sung der Judenfrage\u201c, sollten nun beschleunigt alle Juden im Deutschen Reich und in den von der Hitlerarmee besetzten Teilen Europas vernichtet werden. Daf\u00fcr sollte SS-Obersturmf\u00fchrer Adolf Eichmann sorgen. Er plante die Deportationen der Menschen in die Vernichtungslager, bestellte die G\u00fcterz\u00fcge der Reichsbahn und er lie\u00df die T\u00f6tungskapazit\u00e4ten der Todeslager berechnen. Er war damit mitverantwortlich f\u00fcr die Ermordung von Millionen europ\u00e4ischen Juden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bereits 1942 erdachte \u201eReichsf\u00fchrer-SS\u201c Heinrich Himmler einen zynischen Schacher mit Juden, sogenannten \u201eAustauschjuden\u201c. Anfangs ging es darum, diese Juden gegen hitlerbegeisterte Deutsche in Lateinamerika, den USA oder im Nahen Osten auszutauschen, sie \u201eheim ins Reich\u201c zu bringen. Sp\u00e4ter, als sich die Kriegslage f\u00fcr Deutschland durch hohe Verluste an Soldaten und Material verschlechterte, sollten diese \u201eAustauschjuden\u201c gegen Waffen, Fahrzeuge, kriegswichtige Rohstoffe und Devisen getauscht werden. Auch versuchten Himmler und einige andere SS-Gr\u00f6\u00dfen mit \u201eAustauschjuden\u201c ihre blutigen H\u00e4nde rein zu waschen. So hofften sie, nach der sich abzeichnenden Niederlage und der darauf folgenden Abrechnung mit ihnen, zumindest der Todesstrafe zu entgehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1943 wurde f\u00fcr \u201eAustauschjuden\u201c das Sonderlager Bergen-Belsen nahe der holl\u00e4ndischen Grenze in einem ehemaligen Kriegsgefangenenlager eingerichtet. Hier wurden die Menschen, die man zun\u00e4chst nicht in die Vernichtungslager schickte, untergebracht. Sollte der Handel mit der Ware Mensch nicht, so wie geplant, funktionieren, konnte man sie immer noch ins Gas schicken. Anfangs war die Behandlung der Gefangenen besser als in den anderen Konzentrationslagern. Das blieb nicht so und 1945 verhungerten die Menschen und starben an Krankheiten zu Tausenden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Stefan Aust, langj\u00e4hriger Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel und Thomas Ammann, fr\u00fcher Mitarbeiter des NDR-TV\u00b4s und leitender Redakteur bei Spiegel-TV haben \u00fcber diesen zynischen Handel mit den \u201eAustauschjuden\u201c ein spannendes Buch geschrieben. Im Zentrum ihrer Berichte stehen die wechselvollen Verhandlungen 1944\/45 um das Leben tausender ungarischer Juden. Die SS wollte f\u00fcr 1 Million Juden 10.000 Lastkraftwagen von den internationalen j\u00fcdischen Organisationen haben. Im August 1944 konnten 318 Gefangene, im Dezember 1944 konnten weitere 1.351 Personen aus dem Ungarnlager in Bergen-Belsen in die Schweiz ausreisen und so dem sicheren Tod entrinnen.<\/p>\n<p>Zwei j\u00fcdische Gefangene, Rudolf Kasztner und Joel Brand verhandelten unter Einsatz ihres Lebens zwischen der SS und den internationalen j\u00fcdischen Organisationen. Sie bem\u00fchten sich dabei, m\u00f6glichst viele ungarische Juden zu retten. Die Verhandlungen zogen sich in die L\u00e4nge, Joel Brand wird in Istanbul als Spion festgehalten. Die Westalliierten str\u00e4ubten sich gegen den Deal mit den Nazis, die j\u00fcdischen Organisationen wollten mehr Menschen f\u00fcr weniger Waren oder Devisen. W\u00e4hrend der Verhandlungen rollten die Z\u00fcge mit ungarischen Juden weiter nach Auschwitz. Ein Wettlauf mit der Zeit begann. Zwischen h\u00f6heren SS-Kreisen tobten heftige Auseinandersetzungen. Sollte man die wenigen \u00fcbrig gebliebenen Juden am Leben lassen oder nicht. Kaltenbrunner, M\u00fcller und Eichmann wollten die restlose Vernichtung, andere SS-Offiziere , so auch Himmler , hofften, dass mit den restlichen Juden ein Angebot eines Sonderfriedens mit den Anglo-Amerikanern erzielt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kasztner konnte mit seiner Familie mit dem Dezembertransport der H\u00f6lle entrinnen. In Israel wurde er der Kollaboration mit den Nazis beschuldigt und vor Gericht gestellt. Letztendlich wurde er am 21.Juni 1955 in vollem Umfang rehabilitiert. Am 3.M\u00e4rz 1957 wurde Rudolf Kasztner von einer Gruppe junger, rechtsradikaler Juden in Tel Aviv erschossen.<\/p>\n<p>Thomas Ammann\/Stefan Aust: Hitlers Menschenh\u00e4ndler \u2013 das Schicksal der \u201eAustauschjuden\u201c; Rotbuch Verlag, Berlin, 2013; 334 Seiten; ISBN 978-3-86789-186-8; 25,70\u20ac<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Juden als Handelsware \u2013 SS-Schacher mit Menschenleben Nach der verlorenen Entscheidungsschlacht von Rommels Afrikakorps bei El Alamein, besonders aber nach der verheerenden Niederlage und dem Verlust der 6. Armee in Stalingrad, d\u00e4mmerte manchen Nazibonzen, dass ihr Eroberungskrieg nicht mehr zu gewinnen sei. 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