{"id":926,"date":"2014-07-02T17:41:24","date_gmt":"2014-07-02T15:41:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/?p=926"},"modified":"2014-07-02T17:41:24","modified_gmt":"2014-07-02T15:41:24","slug":"das-frauen-konzentrationslager-ravensbrueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/?p=926","title":{"rendered":"Das Frauen-Konzentrationslager Ravensbr\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Gerald Netzl hat seine Eindr\u00fccke vom Katalog zur neu gestalteten Dauerausstellung der n\u00f6rdlich von Berlin gelegenen Mahn- und Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr den \u201eK\u00e4mpfer\u201c zusammengefasst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Katalog entspricht in seinem Aufbau der Ausstellung. Der inhaltliche Bogen der 13 Kapitel spannt sich von der \u201eEntstehung und Entwicklung des KZ Ravensbr\u00fcck\u201c bis zum \u201eRavensbr\u00fcck-Ged\u00e4chtnis in Europa\u201c und gibt alle Haupt- und ausgew\u00e4hlte Themen- und Abschnittstexte wieder. Neun Kapitel widmen sich dem Lagerkomplex Ravensbr\u00fcck. Neben der Topographie des Konzentrationslagers wird die von der SS vorgenommene Kategorisierung der H\u00e4ftlinge, wie \u201eZeuginnen Jehovas\u201c, \u201eAsoziale\u201c, \u201eKriminelle\u201c, \u201ePolitische\u201c, \u201eSonder- und Sippenh\u00e4ftlinge\u201c, \u201eJ\u00fcdinnen\u201c sowie \u201eZigeuner\u201c (Roma und Sinti) erkl\u00e4rt. Im Katalog sind 52 Kurzbiografien von nach Ravensbr\u00fcck Deportierten abgedruckt. Gelungen ist die Auswahl von zeitgen\u00f6ssischen Quellen und pers\u00f6nlichen Zeugnissen, die in der Ausstellung wie im Katalog gelesen werden k\u00f6nnen. Darunter sind amtliche Dokumente, u. a. aus dem Nummernbuch des M\u00e4nnerlagers und dem Geburtenbuch, Entlassungsscheine und Arbeitseinteilungslisten. Einen gro\u00dfen Platz nehmen selbstangefertigte Zeichnungen der Gefangenen ein, die w\u00e4hrend der Haft oder in der wieder gewonnen Freiheit entstanden. Sie illustrieren k\u00fcnstlerisch-realistisch oder skizzenhaft, wie ihre AutorInnen den Lageralltag erlebten. Da werden Eindr\u00fccke von ihrer Ankunft im KZ und der unmittelbar danach erfolgten Prozedur wiedergegeben, die sie \u00fcber sich ergehen lassen mussten, und Szenen, die von Solidarit\u00e4t und Selbstbehauptung zeugen oder den Tod von Mitgefangenen festhalten. Abbildungen von H\u00e4ftlingskleidung, Gebrauchsgegenst\u00e4nden und selbst gefertigten Handarbeiten, vermitteln eine wenn auch vage Vorstellung davon, unter welchen menschenunw\u00fcrdigen Bedingungen die Gefangenen \u00fcber Monate oder Jahre existieren mussten.<\/p>\n<p>Zu sehen ist die Ausstellung in 34 R\u00e4umen des denkmalgerecht sanierten Geb\u00e4udes der ehemaligen SS-Kommandantur. Das Haus diente nach seiner Errichtung 1940 als Schaltzentrale der Organisation und Verwaltung des Lagers mit \u00fcber Hunderttausend H\u00e4ftlingen \u2013 Frauen, M\u00e4nner und Kinder, die aus \u00fcber 30 L\u00e4ndern dort hin verschleppt worden waren. Die SS t\u00f6tete 28.000 Menschen.<\/p>\n<p>Alyn Be\u00dfmann \/ Insa Eschebach: Das Frauen-Konzentrationslager Ravensbr\u00fcck: Geschichte und Erinnerung. Ausstellungskatalog; Metropol-Verlag 2013; 327 Seiten; ISBN 978-3-8633-1122-3; 24,00 \u20ac<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerald Netzl hat seine Eindr\u00fccke vom Katalog zur neu gestalteten Dauerausstellung der n\u00f6rdlich von Berlin gelegenen Mahn- und Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr den \u201eK\u00e4mpfer\u201c zusammengefasst. &nbsp; Der Katalog entspricht in seinem Aufbau der Ausstellung. 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