{"id":923,"date":"2014-07-02T17:39:01","date_gmt":"2014-07-02T15:39:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/?p=923"},"modified":"2014-07-02T17:39:01","modified_gmt":"2014-07-02T15:39:01","slug":"das-konzentrationslager-mauthausen-1938-1945","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/?p=923","title":{"rendered":"Das Konzentrationslager Mauthausen 1938-1945"},"content":{"rendered":"<p>Der Katalog \u201eDas Konzentrationslager Mauthausen 1938-1945\u201c bildet die im Mai 2013 in der KZ-Gedenkst\u00e4tte Mauthausen neu er\u00f6ffnete \u00dcberblicksausstellung ab, die eine kompakte Darstellung der Gesamtgeschichte des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Au\u00dfenlager gibt. Gerald Netzl hat \u00fcber die Lekt\u00fcre eine Rezension verfasst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das KZ Mauthausen wurde im August 1938 zur Inhaftierung von Gegnern des NS-Regimes aus dem \u201eReich\u201c und der \u201eOstmark\u201c gegr\u00fcndet. Nach Kriegsbeginn wurden Menschen aus ganz Europa nach Mauthausen deportiert, die H\u00e4ftlingszahlen stiegen stark an. Mit einem Zweiglager in Gusen und einem Netz von \u00fcber 40 Au\u00dfenlagern war es bis zur Befreiung durch US-Truppen am 5. Mai 1945 wesentlicher Teil des Gesamtsystems nationalsozialistischer Konzentrationslager.<\/p>\n<p>Die Darstellung der H\u00e4ftlinge, der T\u00e4ter sowie des regionalen und wirtschaftlichen Umfeldes steht im Zentrum der Dokumentation. \u00dcber 100 Originalobjekte, unz\u00e4hlige Fotografien und Dokumente sowie kurze Interviews mit Zeitzeugen und grafische Visualisierungen erz\u00e4hlen die Geschichte von H\u00e4ftlingszwangsarbeit in den SS-eigenen Steinbr\u00fcchen und in der R\u00fcstungsindustrie, ideologisch motivierten Vernichtungsaktionen sowie Expansion und Zusammenbruch des Lagerkomplexes Mauthausen. Die verschiedenen Aspekte der Lagergeschichte werden immer wieder in Bezug zur Gesamtgeschichte des NS-Terrors sowie zur Nachkriegsgeschichte gestellt. Breiter Raum wird dabei der Erfahrung ehemaliger KZ-H\u00e4ftlinge gewidmet.<\/p>\n<p>\u201eBilderreich und textarm\u201c, diese W\u00f6rter beschreiben den Katalog zutreffend. Er dr\u00fcckt damit den Wandel in der Wissensvermittlung und Ausstellungsarchitektur aus. Sein Ziel ist die m\u00f6glichst vollst\u00e4ndige Abbildung der Ausstellung. Im hinteren Teil des Kataloges skizziert Bertrand Perz die Geschichte der Vorg\u00e4nger-Ausstellungen in der Gedenkst\u00e4tte und die Wechselwirkungen mit Politik und Zeitgeschichtsforschung. Die erste Dauerausstellung wurde erst 1970 er\u00f6ffnet! Was dem durchaus gelungenen und repr\u00e4sentativen Katalog trotzdem fehlt, ist eine Analyse der historischen Bedingungen, die zum Aufstieg des Nationalsozialismus f\u00fchrten und wer die gesellschaftlichen Profiteure des Systems waren. Die Musealisierung des Nationalsozialismus ist voll im Gang. Sie darf nicht zu einer Musealisierung des Antifaschismus f\u00fchren!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>BILD:<\/p>\n<p>Das Konzentrationslager Mauthausen 1938\u20131945: Katalog zur Ausstellung in der KZ-Gedenkst\u00e4tte Mauthausen; new academic press 2013; 320 Seiten; ISBN 978-3-7003-1868-2; 34,90 \u20ac<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Katalog \u201eDas Konzentrationslager Mauthausen 1938-1945\u201c bildet die im Mai 2013 in der KZ-Gedenkst\u00e4tte Mauthausen neu er\u00f6ffnete \u00dcberblicksausstellung ab, die eine kompakte Darstellung der Gesamtgeschichte des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Au\u00dfenlager gibt. 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