{"id":1017,"date":"2014-10-11T17:39:03","date_gmt":"2014-10-11T15:39:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/?p=1017"},"modified":"2014-10-11T17:39:26","modified_gmt":"2014-10-11T15:39:26","slug":"politische-biografie-ueber-danneberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/?p=1017","title":{"rendered":"Politische Biografie \u00fcber Danneberg"},"content":{"rendered":"<p><i>Robert Danneberg (1885-1942) z\u00e4hlt zu jenen Pers\u00f6nlichkeiten der \u00f6sterreichischen Sozialdemokratie, die deren Politik mehr als drei Jahrzehnte hindurch entscheidend mitgestaltet haben und dennoch in der Erinnerungskultur nicht den ihnen geb\u00fchrenden Platz einnehmen. Umso verdienstvoller ist die Arbeit Roland Pachers.<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Pacher hat mit der Vorlage der bislang umfangreichsten Biografie Dannebergs eine materialreiche Grundlage f\u00fcr die k\u00fcnftige Auseinandersetzung mit Leben und Werk dieses au\u00dfergew\u00f6hnlichen Menschen geschaffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach der Haftentlassung (sein Hochverratsverfahren wurde nach acht Monaten Kerker nach dem 12. Februar 1934 eingestellt) nahm Robert Danneberg die illegale T\u00e4tigkeit auf und hielt sowohl zu den Repr\u00e4sentanten der alten Parteif\u00fchrung als auch zu den Revolution\u00e4ren Sozialisten Kontakt. Auch in die verzweifelten Bem\u00fchungen um die Rettung der \u00f6sterreichischen Unabh\u00e4ngigkeit im Februar und M\u00e4rz 1938 war Danneberg eingebunden. Nach deren Vergeblichkeit machte er sich keine Illusionen \u00fcber den Charakter des Naziregimes und bestieg mit seinen Kindern (Gattin Gertrud sollte nachkommen) noch am 11.M\u00e4rz 1938 den Abendzug nach Br\u00fcnn. Von den tschechoslowakischen Grenzbeamten abgewiesen, wurde Robert Danneberg unmittelbar nach der R\u00fcckkehr in Wien von der Gestapo verhaftet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit dem sogenannten Prominententransport wurde Danneberg in das Konzentrationslager Dachau gebracht und von dort im Herbst 1938 in das KZ Buchenwald \u00fcberstellt. Im Oktober 1942 wurden die j\u00fcdischen H\u00e4ftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald \u2013 darunter Danneberg &#8211; nach Auschwitz deportiert.<\/p>\n<p>Obwohl er nach der Ankunft die Selektion noch \u00fcberlebte, schw\u00e4chten ihn m\u00f6rderische Arbeitsbedingungen und wiederholte Misshandlungen durch Wachmannschaften derma\u00dfen, dass er im Dezember 1942 starb. Seine letzte Frage an den deutschen sozialdemokratischen KZ-Kameraden Rothemund war: \u201eWas gibt es Neues in der Zeitung?\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Pachers Arbeit besticht durch die gr\u00fcndliche Auswertung aller zur Verf\u00fcgung stehenden Quellen. Allein die schriftlichen Manifestationen Dannebergs und die Spuren seines Schaffens umfassen respektable Dimensionen an Literatur, Sekund\u00e4rliteratur und archivalischem Niederschlag. Da es keinen Nachlass gibt und die Tageb\u00fccher Dannebergs als verschollen gelten, sind 120 erhaltene Briefe aus der Haft w\u00e4hrend des St\u00e4ndestaats und die \u00fcber Adolf Sch\u00e4rf gef\u00fchrte Korrespondenz aus den Konzentrationslagern wertvolle, aber auch die einzigen pers\u00f6nlichen Dokumente, die im Internationalen Institut f\u00fcr Sozialgeschichte in Amsterdam aufbewahrt werden.<\/p>\n<p>BILD: Roland Pacher: \u201eRobert Danneberg. Eine politische Biografie.\u201c<\/p>\n<p>Peter Lang Edition, Frankfurt am Main, 2014.<\/p>\n<p>ISBN: 978-3-631-62786-0, 406 Seiten, \u20ac 71,90<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Robert Danneberg (1885-1942) z\u00e4hlt zu jenen Pers\u00f6nlichkeiten der \u00f6sterreichischen Sozialdemokratie, die deren Politik mehr als drei Jahrzehnte hindurch entscheidend mitgestaltet haben und dennoch in der Erinnerungskultur nicht den ihnen geb\u00fchrenden Platz einnehmen. Umso verdienstvoller ist die Arbeit Roland Pachers. &nbsp; Pacher hat mit der Vorlage der bislang umfangreichsten Biografie Dannebergs eine materialreiche Grundlage f\u00fcr die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1019,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-1017","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1017","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1017"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1017\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1018,"href":"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1017\/revisions\/1018"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1019"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1017"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1017"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1017"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}