{"id":31,"date":"2013-03-26T11:07:40","date_gmt":"2013-03-26T09:07:40","guid":{"rendered":"http:\/\/kaempfer.headroom.at\/?page_id=31"},"modified":"2022-11-03T23:48:13","modified_gmt":"2022-11-03T21:48:13","slug":"die-vorsitzenden","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/?page_id=31","title":{"rendered":"Die Vorsitzenden"},"content":{"rendered":"<h3>Rosa Jochmann (1949-1990), Leopold Mistinger (1990-1992), Hugo Pepper (1992-1995), Alfred Str\u00f6er (1995-2007), Ernst Nedwed (2007-2013), Johannes Schwantner (2013-2018), Gerald Netzl (seit Oktober 2018)<\/h3>\n<div id=\"attachment_7\" style=\"width: 216px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7\" class=\"size-medium wp-image-7\" src=\"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/jochmann_rosa_vga6-206x300.jpg\" alt=\"\" width=\"206\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/jochmann_rosa_vga6-206x300.jpg 206w, https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/jochmann_rosa_vga6-705x1024.jpg 705w\" sizes=\"auto, (max-width: 206px) 100vw, 206px\" \/><p id=\"caption-attachment-7\" class=\"wp-caption-text\">Rosa Jochmann<\/p><\/div>\n<h3>Rosa Jochmann<\/h3>\n<p>war die erste und langj\u00e4hrige Vorsitzende unseres Bundes. Sie wird als eine der ganz gro\u00dfen Pers\u00f6nlichkeiten der \u00f6sterreichischen Sozialdemokratie unvergessen bleiben.<\/p>\n<p>Geboren am 19. Juli 1901 als Kind einer Arbeiterfamilie in Simmering, musste sie nach dem fr\u00fchen Tod ihrer Mutter schon als Halbw\u00fcchsige die j\u00fcngeren Geschwister beaufsichtigen und begann zudem mit 14 Jahren in einer S\u00fc\u00dfwarenfabrik zu arbeiten. \u00dcber die Gewerkschaft stie\u00df sie fr\u00fch zur Sozialdemokratie, wurde zur Betriebsratsvorsitzenden gew\u00e4hlt und 1926 Frauensekret\u00e4rin in der Chemiearbeitergewerkschaft. In der Nacht vom 12. auf den 13. Februar 1934 geh\u00f6rte sie zu denen, die Otto Bauer in einer Wohnung im Ahornhof in Favoriten \u00fcberzeugten, dass ein Verbleib in \u00d6sterreich f\u00fcr ihn todbringend w\u00e4re. Zwei Wochen sp\u00e4ter war sie Mitglied des von Manfred Ackermann geleiteten ersten Zentralkomitees der Revolution\u00e4ren Sozialisten (RS). Sie war die Rednerin bei dem illegalen Treffen am 15. Juli 1934 auf der Predigtstuhlwiese im Wienerwald, auf das Heimwehr und Gendarmerie einen Feuer\u00fcberfall unternahmen. Nach einer einj\u00e4hrigen Kerkerhaft weiter unerm\u00fcdlich t\u00e4tig, fuhr sie noch am 10. M\u00e4rz 1938 nach Br\u00fcnn, um Otto Bauer \u00fcber die Floridsdorfer Betriebsr\u00e4tekonferenz zu berichten, die Schuschniggs Volksabstimmung unterst\u00fctzen wollte. Am Tag des Nichtangriffspaktes mit der Sowjetunion, im August 1939 schlug die Gestapo gegen bekannte SozialistInnen zu. Auch Rosa Jochmann wurde verhaftet und im April 1940 ins KZ Ravensbr\u00fcck eingeliefert. Dort wurde sie f\u00fcr ihre Mith\u00e4ftlinge ein Symbol ungebrochener Gesinnung und hilfreicher Solidarit\u00e4t. \u201eSie hat auch im Lager ihr g\u00fctiges L\u00e4cheln nicht verlernt\u201c, berichtete eine Leidensgenossin.<\/p>\n<p>Unmittelbar nach ihrer R\u00fcckkehr aus dem KZ setzte sie ihre politische T\u00e4tigkeit in der SP\u00d6 fort, zun\u00e4chst als Frauen-Zentralsekret\u00e4rin, dann als Vorsitzende des Frauen-Zentralkomitees (bis 1967). Sie war Mitglied des SP\u00d6-Bundesparteivorstands und Nationalratsabgeordnete. Von 1949 bis 1990 war sie Vorsitzende des Bundes Sozialistischer Freiheitsk\u00e4mpfer und Opfer des Faschismus. Ihr Leitmotiv bleib durch all die Jahre unver\u00e4ndert: \u201eAlle sind uns willkommen, die mit uns gemeinsam gegen die erstarkenden Kr\u00e4fte des Faschismus auftreten wollen \u2026 Der Kampf, den wir f\u00fchren, ist ein Kampf der nie zu Ende geht!\u201c Ihren letzten gro\u00dfen \u00f6ffentlichen Auftritt hatte sie beim Lichtermeer gegen Rassismus am 23. J\u00e4nner 1993 auf dem Heldenplatz. Rosa Jochmann starb am 28. J\u00e4nner 1994 im 93. Lebensjahr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Leo Mistinger<\/h3>\n<div id=\"attachment_70\" style=\"width: 206px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-70\" class=\"size-medium wp-image-70\" src=\"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/leo_mistinger-196x300.gif\" alt=\"\" width=\"196\" height=\"300\"><p id=\"caption-attachment-70\" class=\"wp-caption-text\">Leo Mistinger<\/p><\/div>\n<p>Leo Mistinger wurde am 6. M\u00e4rz 1904 in Wien geboren. Seine Eltern waren seit den 1890er-Jahren MitarbeiterInnen der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und Gr\u00fcndungsmitglieder der Kinderfreunde. So kam er schon 1910 zu den Kinderfreunden und 1918 zur SAJ. Dort baute er als Bezirksjugendobmann eine gro\u00dfe Organisation mit mehreren Gruppen auf, der sp\u00e4ter bis zu 450 Jugendliche angeh\u00f6rten. Vom Hausvertrauensmann bis zum Kreisvertrauensmann hatte er Funktionen in der Partei. Er war Mitglied bei den Arbeiterturnern, bei den Naturfreunden und in der Bildungsarbeit engagiert. 1930 absolvierte er die \u00d6sterreichische Arbeiterhochschule. Er war Betriebsrats-Obmann der Wiener-Gewerblichen-Fortbildungsschulen und 1934 als Februark\u00e4mpfer von den Faschisten entlassen und angeklagt. Im Oktober 1934 freigesprochen. Mitarbeit bei den RS. Untersuchung wegen der Br\u00fcnner-Konferenz, Anhaltung. In dieser Zeit starb seine Frau Paula. Er sollte auf Wunsch Otto Bauers in die Schweiz emigrieren, bekam aber keine Ausreisepapiere. Wieder Mitarbeit bei den RS und illegalen Betriebszellen der Eisenbahner. 1943 wegen Hochverrat, Feindbeihilfe, Unterst\u00fctzung von Fallschirmj\u00e4ger verhaftet. Von der Gestapo nach achtmonatiger Haft ins KZ Flossenb\u00fcrg gebracht, wo er bis zur Befreiung durch die Amerikaner blieb. Nach seiner R\u00fcckkehr organisierte er die Wiener Soz. Kinderhilfsaktion, die Aktion \u201eJugend am Werk\u201c und half in seinem Bezirk Rudolfsheim-F\u00fcnfhaus die Organisation neu zu bauen, die er seit den Wahlen 1945 im Landtag und Gemeinderat vertrat.<\/p>\n<p>Anders als dies sp\u00e4ter oft behauptet wurde, wurde in den Wiener Bezirken der SP\u00d6 strikt darauf geachtet, dass ehemalige Nationalsozialisten und belastete Mitl\u00e4ufer nicht in die Partei aufgenommen werden. Daf\u00fcr sorgten auch diejenigen, die aus den Gef\u00e4ngnissen und KZs sowie aus der Emigration zur\u00fcck in das hungernde und zerst\u00f6rte Wien zur\u00fcckkehrten.<\/p>\n<p>Durch das Ableben des stv. Vorsitzenden der Sozialistischen Freiheitsk\u00e4mpfer, Josef Hindels, im Fr\u00fchjahr 1990 waren Ver\u00e4nderungen an der Spitze der Organisation notwendig geworden. Leo Mistinger stellte sich als gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Vorsitzender zur Verf\u00fcgung und setzte in dieser Zeit eine Reihe von Organisationsreformen durch. Am 18. November 1990 wurde er zum Vorsitzenden des Bundes gew\u00e4hlt. 1992 verzichtete er auf eine weitere Kandidatur, blieb aber weiterhin in der Kontrolle t\u00e4tig. Im Dezember 1996 wurde er von der Bundeskonferenz gemeinsam mit Erna Musik zum Ehrenvorsitzenden gew\u00e4hlt. Leo Mistinger verstarb am 3.April 2001 im 96. Lebensjahr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Hugo Pepper<\/h3>\n<div id=\"attachment_73\" style=\"width: 193px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-73\" class=\"size-full wp-image-73\" src=\"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/hugo_pepper.jpg\" alt=\"\" width=\"183\" height=\"272\"><p id=\"caption-attachment-73\" class=\"wp-caption-text\">Hugo Pepper<\/p><\/div>\n<p>Hugo Pepper wurde am 4. Februar 1920 in Wien geboren. Schon als Mittelsch\u00fcler stand er unter dem Verdacht, einer illegalen Organisation von Jugendlichen anzugeh\u00f6ren und wurde deshalb wegen Verdachts des Verbrechens des Hochverrates angeklagt. Das wegen Vergehens der Geheimb\u00fcndelei gef\u00fchrte Verfahren wurde 1940, gem\u00e4\u00df Gnadenerlass vom 9.9.1939 RGBL I, eingestellt.<\/p>\n<p>Hugo Pepper war zun\u00e4chst \u201ewehrunw\u00fcrdig\u201c und leistete dann ab 1940 Kriegsdienst. In der Wehrmacht schloss er sich der milit\u00e4rischen Widerstandsbewegung an. Nach dem Krieg leitete er das legend\u00e4re Studentenkabarett \u201eDer Rote Hund\u201c. 1951 bis 1962 wirkte er im Bildungsreferat des \u00d6GB. Von 1962 bis zu seiner Pensionierung 1982 war er als Cheflektor des Europa-Verlag Wien t\u00e4tig. In dieser Funktion erwirkte er u. a. die Herausgabe des Gesamtwerks von Otto Bauer. Hugo Pepper war Autor und Coautor einer Reihe von Buchpublikationen undverfasste mehr als 1.300 Artikel, Glossen und Essays sowie um die 1.700 Buchbesprechungen. In Anerkennung seiner volksbildnerischen T\u00e4tigkeit, wurde ihm 1973 der Berufstitel \u201eProfessor\u201c verliehen. Hugo Pepper war ein streitbarer Geist.<\/p>\n<p>Dr. Manfred Scheuch schreibt im \u201eSozialdemokratischen K\u00e4mpfer\u201c, Ausgabe 1-2-3\/2000 \u00fcber Hugo Pepper:<\/p>\n<p>\u201e\u2026Sein besonderes Anliegen gilt bis heute der volksbildnerischen T\u00e4tigkeit, wobei seine historischen und kulturellen Vortr\u00e4ge stets mit dem Ziel verbunden waren, bei seinen Zuh\u00f6rern kritisches politisches Bewusstsein zu wecken. Er selbst blieb stets ein Unbequemer \u2013 auch als er 1992-1995 Vorsitzender des Bundes Sozialdemokratischer Freiheitsk\u00e4mpfer war.\u201c 1978 erhielt er das Ehrenzeichen f\u00fcr Verdienste um die Befreiung \u00d6sterreichs, am 19. Juli 2011 wurde ihm von Staatssekret\u00e4r Josef Ostermayer das Goldene Verdienstzeichen der Republik \u00d6sterreich verliehen. Hugo Pepper starb am 2. September 2011 im 91. Lebensjahr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Alfred Str\u00f6er<\/h3>\n<div id=\"attachment_75\" style=\"width: 212px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-75\" class=\"size-medium wp-image-75\" src=\"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/alfred_stroeer-202x300.gif\" alt=\"\" width=\"202\" height=\"300\"><p id=\"caption-attachment-75\" class=\"wp-caption-text\">Alfred Str\u00f6er<\/p><\/div>\n<p>Alfred Str\u00f6er wurde am 3. Dezember 1920 geboren. Im Februar 1939 wurde er nach einer Flugblattaktion gegen die Nazi-Besatzer verhaftet. 1939 bis 1941 war er Gestapoh\u00e4ftling im Polizeigefangenenhaus, sp\u00e4ter Volksgerichtshofh\u00e4ftling im Landesgericht Wien und im Kreisgericht Wiener Neustadt. Nach der Verurteilung wegen Vorbereitung zum Hochverrat bez\u00fcglich Herstellung und Verteilung von Flugbl\u00e4ttern gegen das Naziregime wurde ihm, mittels des \u201eBlauen Ausschluss-Scheines\u201c, die Wehrw\u00fcrdigkeit aberkannt.<\/p>\n<p>Im Dezember 1942 wurde er trotzdem Soldat der Strafdivision 999, denn mit Verf\u00fcgung des OKW vom 2. Oktober 1942 wurde die Wehrunw\u00fcrdigkeit f\u00fcr die Dauer des Krieges aufgehoben. Zuletzt war er auf der Insel Rhodos stationiert. Bis Dezember 1946 war er in englischer Kriegsgefangenschaft in \u00c4gypten. Am 1. J\u00e4nner 1947 trat Alfred Str\u00f6er in die Dienste des \u00d6GB. Bis 1959 war er f\u00fcr die Jugendarbeit im \u00d6GB verantwortlich und Pr\u00e4sidiumsmitglied des \u00d6sterreichischen Bundesjugendrings. 1959 wurde er zum Leitenden Sekret\u00e4r des \u00d6GB bestellt. Er war Abgeordneter zum Nationalrat und Mitglied des SP\u00d6-Bundesparteivorstands.<\/p>\n<p>Er war von 1995 \u2013 2007 Vorsitzender des Bundes Sozialdemokratischer Freiheitsk\u00e4mpfer und Opfer des Faschismus. Weiters war er gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Direktor der \u201eDr. Bruno-Kreisky-Stiftung zur F\u00f6rderung der Menschenrechte\u201c. Er war auch Mitglied des Kuratoriums des Vereines \u201eMauthausen-Aktiv-\u00d6sterreich\u201c und des Kuratoriums von \u201eCARE \u2013 \u00d6sterreich\u201c. Weiters war er Vizepr\u00e4sident des \u201eDokumentationsarchives des \u00d6sterreichischen Widerstandes\u201c und Vizepr\u00e4sident des Vereins \u201eVerein Geschichte der ArbeiterInnenbewegung\u201c. Im Februar 2000 wurde ihm der Berufstitel \u201eProfessor\u201c verliehen. Alfred Str\u00f6er verstarb am 20. August 2011 im 91. Lebensjahr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Ernst Nedwed<\/h3>\n<div id=\"attachment_764\" style=\"width: 247px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-764\" class=\"size-full wp-image-764\" src=\"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Ing-Ernst-Nedwed.jpg\" alt=\"\" width=\"237\" height=\"300\"><p id=\"caption-attachment-764\" class=\"wp-caption-text\">Ing. Ernst Nedwed<\/p><\/div>\n<p>Ernst Nedwed wurde am 26. Mai 1929 in Wien geboren. Ab 1944 war er im Jugendwiderstand aktiv. Ein Teil der Wiener Jugend bek\u00e4mpfte mit vollem Bewusstsein die Nazis. Der politische Jugendwiderstand hatte folgende Schwerpunkte: Nichtmitgliedschaft bei der Hitlerjugend (wobei dies durch das Reichsjugendpflichtgesetz gefordert wurde). Abhalten von Jugendlichen, sich freiwillig zu bewaffneten Einheiten der Nazis, insbesondere der SS, zu melden. Weiters Abh\u00f6ren von sogenannten \u201eFeindsendern\u201c und Weitergabe von Informationen, die von den Alliierten geschickt, mit der von den Nazis verbotene Musik, nach Deutschland gefunkt wurde. Also, das waren nicht ganz unpolitische Aktivit\u00e4ten, die bei Auffliegen einer Gruppe, die sich mit diesen Themen befasste, mit Einweisung in Jungendkonzentrationslager etc. bestraft wurde.<\/p>\n<p>Er absolvierte die HTL\u2013Maschinenbau und trat 1949 in den Dienst des Wiener Stadtbauamts. Ab Mai 1945 war er in der Sozialistischen Jugend aktiv, war sp\u00e4ter Mitglied des Wiener und des Verbandsvorstandes der SJ. Schon in der Jugend war Ernst Nedwed vor allem im Bildungsbereich t\u00e4tig, in den 1960er-Jahren Bezirksvorsitzender der \u201eJungen Generation\u201c, Sektionsvorsitzender und Bildungsvorsitzender der SP\u00d6 F\u00fcnfhaus. 1976 Landesbildungsvorsitzender der SP\u00d6 Wien, 1988 Vorsitzender der SP\u00d6 F\u00fcnfhaus.<\/p>\n<p>1995 zum Vorsitzenden des Landesverbands Wien der Sozialdemokratischen Freiheitsk\u00e4mpfer und Opfer des Faschismus gew\u00e4hlt, von 2007 \u2013 2013 Bundesvorsitzender. Im April 1969 wurde er in den Wiener Landtag gew\u00e4hlt, von 1979 \u2013 1992 geh\u00f6rte er dem Nationalrat an. Schwerpunkte seiner Aktivit\u00e4ten waren Kunst- und Kultur sowie Unterricht. Ernst Nedwed starb am 24. November 2013 im 85. Lebensjahr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Johannes Schwantner<\/h3>\n<div id=\"attachment_154\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-154\" class=\"size-full wp-image-154\" src=\"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Schwantner.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"200\"><p id=\"caption-attachment-154\" class=\"wp-caption-text\">RgR. Prof. Johannes Schwantner<\/p><\/div>\n<p>Johannes Schwantner wurde am 7. Februar 1948 in Wien geboren. Er absolvierte die Ausbildung zum Berufsschullehrer und war dann ab Anfang 1976 als Lehrer an der Berufsschule f\u00fcr das Gastgewerbe besch\u00e4ftigt. Beginnend mit 1983 \u00fcbte er \u00fcber viele Jahre die Funktion des Jahrgangsleiters der Wiener Gewerkschaftsschule aus.<\/p>\n<p>Johannes Schwantner war von 1988 \u2013 1993 Personalvertreter f\u00fcr den Dienststellenausschuss III der Berufsschullehrer. In der Zeit von 1999 \u2013 2012 war er Direktor an der Berufsschule f\u00fcr Gastgewerbe.<\/p>\n<p>Von 1990 \u2013 2001 geh\u00f6rte er der Bezirksvertretung D\u00f6bling an. Von 1988 \u2013 2001 war er Vorsitzender der Bezirksgruppe D\u00f6bling unseres Bundes, 2007 wurde er stv. Bundesvorsitzender, 2009 Wiener Landesvorsitzender und schlie\u00dflich 2013 Bundesvorsitzender unseres Bundes. Diese Funktion \u00fcbte er bis zu seinem \u00fcberraschenden Tod am 11. M\u00e4rz 2018 aus.<\/p>\n<p>Das politische Wirken von Johannes Schwantner war sehr stark von der Geschichte der ArbeiterInnenbewegung sowie aktivem Antifaschismus gepr\u00e4gt. Ab 1989 leitete er das \u201eHermann-Langbein-Symposium\u201c in Linz, seit Anfang der 1990er Jahre f\u00fchrte er j\u00e4hrliche Jugendseminare und Gedenkfahrten nach O\u015bwi\u0119cim, Treblinka und Lublin-Majdanek zur Shoah. Johannes Schwantner war ab 1994 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Vereins \u201eNiemals Vergessen\u201c, der rund 200 interessierten Zivildienstpflichtigen die M\u00f6glichkeit bot, an Gedenkst\u00e4tten des Holocaust in Deutschland und Polen ihren Zivildienst zu leisten. 2014 wurde er Vizepr\u00e4sident des D\u00d6W. Er absolvierte zudem Studienaufenthalte in Yad Vashem, Gro\u00df-Rosen, Lublin-Majdanek, Stutthof und O\u015bwi\u0119cim. Besonders wichtig war ihm, Lehrerinnen und Lehrer f\u00fcr antifaschistische und historische Themen zu sensibilisieren. Dies tat er als Vortragender und Veranstaltungsleiter zahlreicher Veranstaltungen an der P\u00e4dagogischen Hochschule Wien.<\/p>\n<p>Weiters betreute er f\u00fcr das Mauthausen Komitee \u00d6sterreich und die Arge der NS-Opferverb\u00e4nde und Widerstandsk\u00e4mpfer\/innen \u00d6sterreichs Gedenkveranstaltungen in den ehemaligen Au\u00dfenlagern von Mauthausen in Simmering und Floridsdorf.<\/p>\n<p>Johannes Schwantner starb am 11. M\u00e4rz 2018 im 71. Lebensjahr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Gerald Netzl<\/h3>\n<div id=\"attachment_846\" style=\"width: 143px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-846\" class=\"wp-image-846 size-full\" src=\"https:\/\/www.freiheitskaempfer.at\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Netzl_2012.jpg\" alt=\"\" width=\"133\" height=\"200\"><p id=\"caption-attachment-846\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Gerald Netzl<\/p><\/div>\n<p>Gerald Netzl wurde am 7. Juni 1968 in Wien geboren. Er hat in Wien Politikwissenschaft studiert und arbeitet in der au\u00dferschulischen Kinder- und Jugendarbeit. 15 Jahre lang war er Betriebsratsvorsitzender. Seit 2002 geh\u00f6rt er der Jugendmedienkommission des Bildungsministeriums an (= \u00f6sterr. FSK). Von 2010-2018 war er ORF-Publikumsrat. Als seine drei T\u00f6chter noch zur Schule gingen engagierte er sich in der Elternvereinsarbeit als Klassenelternvertreter, Elternvereinsfunktion\u00e4r sowie auf Landes- und Bundesebene und war von 2007-2011 Vorsitzender des \u00f6sterreichischen Verbands der Elternvereine an den \u00f6ffentlichen Pflichtschulen.<\/p>\n<p>Noch als Mitglied der Sozialistischen Jugend trat er unserem Bund bei und war jahrelang stv. Bezirksvorsitzender, Bezirksvorsitzender, seit 2013 Wiener Landesvorsitzender und seit 2022 Bundesvorsitzender. Er \u00fcbt keine Funktion auf Bundesebene aus, ohne gleichzeitig Basisarbeit auf der untersten Ebene zu leisten.<\/p>\n<p>Gerald Netzl schrieb sieben regionalhistorische Brosch\u00fcren \u00fcber seinen Heimatbezirk Wien-Liesing (12. Februar 1934, 9. November 1938, Spanischer B\u00fcrgerkrieg, Liesing im Dunkeln \u2013 verfolgte und ermordete LiesingerInnen 1932-1945, Liesing in der Ersten Republik etc.). Neben gedruckten Zeugnissen \u00fcber die dunkelste Vergangenheit sind es Gedenktafeln und \u201eSteine der Erinnerung\u201c im \u00f6ffentlichen Raum, die die Nachgeborenen erinnern und mahnen sollen und die er (mit-)initiierte: F\u00fcr den 12. Februar 1934 (Genossenschaft Wien-S\u00fcd, 1230, Elisenstra\u00dfe 36), f\u00fcr die Toten des 15. Juli 1934 Richard Lehmann und Johann Fr\u00f6hlich (Predigstuhlwiese), f\u00fcr die zerst\u00f6rte Synagoge f\u00fcr Atzgersdorf und Liesing (1230, Dirmhirngasse 114) sowie f\u00fcr die von den Nazis ermordete Volkssch\u00fclerin Hedy Blum (VS Atzgersdorf, 1230, Kirchenplatz 2-3).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gerald Netzl ist redaktioneller Mitarbeiter und politisch Verantwortlicher des \u201eSozialdemokratischen K\u00e4mpfers\u201c. Er verfasst Artikel \u00fcber KZ-Gedenkst\u00e4tten, Veranstaltungsberichte, Rezensionen etc.<\/p>\n<p>Seine Bildungs- und Aufkl\u00e4rungsarbeit ist kein Selbstzweck, er will die junge Generation f\u00fcr die Geschichte interessieren und sie gegen den Ungeist des Antisemitismus, Xenophobie und Intoleranz immunisieren. \u201eDie Zeitzeugengeneration hat den Austrofaschismus und Nationalsozialismus noch leibhaftig erlebt und durchlitten. Heute wird der Antifaschismus von denen getragen, die an das, was falsch war, erinnern wollen und daran, wie der Faschismus zustande kam. Unsere Aufgabe ist es, die Erinnerung an den Faschismus, seine Akteure und Profiteure, ebenso wachzuhalten, wie an die Verfolgung und den Widerstand und seine Tr\u00e4ger. Unsere Aufgabe ist es, die Erfahrungen, die die \u00dcberlebenden uns vermittelt haben, in die gesellschaftliche Diskussion einzubringen und \u00fcberall aufzustehen, wo Faschisten und Verharmloser auftreten.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rosa Jochmann (1949-1990), Leopold Mistinger (1990-1992), Hugo Pepper (1992-1995), Alfred Str\u00f6er (1995-2007), Ernst Nedwed (2007-2013), Johannes Schwantner (2013-2018), Gerald Netzl (seit Oktober 2018) Rosa Jochmann war die erste und langj\u00e4hrige Vorsitzende unseres Bundes. Sie wird als eine der ganz gro\u00dfen Pers\u00f6nlichkeiten der \u00f6sterreichischen Sozialdemokratie unvergessen bleiben. Geboren am 19. 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