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BG STEIERMARK SÜD

 

Gleisdorf: Ein Zeichen setzen!

In der oststeirischen Stadt Gleisdorf hat sich ein Personenkomitee gebildet, das in Zusammenarbeit mit den Schulen ein Zeichen setzen will zur Erinnerung an die Opfer des "Todesmarsches" ungarischer Jüdinnen und Juden im Raum Gleisdorf zu Ostern 1945.

"Zukunft braucht Erinnerung" ist das Motto dieser Initiative, die sich mit nachstehend auszugsweise wiedergegebenem Brief - zugleich eine Einladung zum Dialog zwischen Schule und Kunst - an die jungen Menschen in Gleisdorf gewendet hat. "Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Jugend! Der 'Todesmarsch' ungarischer Jüdinnen und Juden zu Ostern 1945 bildet den tragischen Höhepunkt dessen, was der Nationalsozialismus - neben vielfältigem anderem Leid - in der Oststeiermark und auch im Raum Gleisdorf bewirkt hat.

Nichts erinnert heute an Not und Leid dieser Menschen, nur mehr wenige 'Zeitzeugen' können davon berichten. Damit droht dieses Ereignis endgültig in Vergessenheit zu geraten - und damit das Wissen und die Erfahrung, wozu eine gewaltsame Ideologie führen kann und wozu sie Menschen bringen oder veranlassen kann. Auch hier bei uns. 'Nie wieder' war die Erkenntnis der Menschen 1945 - und sie mündete in der Erklärung der Menschenrechte 1948. Nie wieder Hass und Gewalt, nie wieder Rassismus und Diskriminierung. Menschenwürde und Demokratie gelten seither als Grundpfeiler menschlichen Zusammenlebens.

Wir möchten euch einladen, ein 'Zeichen' zu setzen. Ein Zeichen, das zum einen an die namenlosen Opfer des Todesmarsches erinnert. Ein Zeichen, das aber auch aufruft, wachsam zu sein, wenn die Würde von Menschen verletzt wird. Wir sind überzeugt, ihr habt gute Ideen. Bringt sie zu Papier, macht Entwürfe, entwerft Modelle! Wir freuen uns auf eure Vorschläge, eine Jury wird sie bewerten."

Die besten Arbeiten werden prämiert, das "Siegermodell" soll auf dem Platz zwischen dem alten und dem neuen Rathaus von Gleisdorf errichtet werden - ein Ort des Gedenkens und eine Werkstatt für die Zukunft. Am 25. März fand eine Exkursion zu den Orten des Geschehens von 1945 statt. Eine Reihe weiterer Veranstaltungen und Diskussionen ist vorgesehen. Für das Personenkomitee "Zukunft braucht Erinnerung" zeichnen Karlheinz Böhmer, Peter Gerstmann, Marianne Ofner, Susanna Schrampf und Wolfgang Seereiter.

 


 

Grabstein mit Hakenkreuz

Auf dem Grazer Zentralfriedhof befindet sich das Grab des beim Nazi-Putschversuch am 27. Juli 1934 gefallenen SA-Sturmbannführers Hans Tita Probst. Der Grabstein würdigt den Verstorbenen mit einem Hakenkreuz und dem Satz "Er fiel für Großdeutschland". Hakenkreuz und Inschrift glorifizieren an dieser Stelle somit seit 68 Jahren die Nazi-Gewalt.

Auf diesen untragbaren Zustand wurde in den vergangenen Jahrzehnten schon mehrmals aufmerksam gemacht. 1988 wurde der Grabstein verklebt, die Verklebung allerdings wieder entfernt. 2002 haben die Grazer Grünen die Entfernung des Hakenkreuzes gefordert und mit der Friedhofsverwaltung, der Diözese, Kontakt aufgenommen.

Diese verlautbarte aber lediglich, dass ohne Einwilligung der Familie nichts zu machen sei. Jüngst hat der für seinen politisch kritischen Aktionismus bekannte deutsche Künstler Wolfram P. Kastner mit der Anbringung einer Informationstafel am Grabstein neuerlich Aufsehen um das Grab erregt und die Diskussion um die offenkundige NS-Huldigung mitten in der Stadt Graz reaktiviert.

Nach Auskunft des DÖW fällt die Anbringung des Hakenkreuzes auf dem Grabstein unter das Abzeichengesetz, demzufolge Abzeichen, Uniformen oder Uniformteile einer in Österreich verbotenen Organisation öffentlich weder getragen noch zur Schau gestellt, dargestellt oder verbreitet werden dürfen. Eine Anzeige nach diesem Bundesgesetz wurde erstattet. Unabhängig davon, ob das Verwaltungsstrafverfahren eine Entfernung des Grabsteins zur Folge hat oder nicht, muss es im Interesse der Stadt Graz sein, jede Art von NS-Symbolik im öffentlichen Raum ausschließlich unter Beigabe einer kritisch-aufklärenden Information zuzulassen.

Für den steirischen Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer, Mag. Albert Kaufmann, könnte der Grabstein die Reputation von Österreich und Graz schwer schädigen. Daher haben die Fraktionen der Grünen und der SPÖ im Gemeinderat den Antrag gestellt, die zuständigen Stellen des Magistrat Graz mögen zu einem Weg finden, dass dem betreffenden Grabstein eine adäquate Form einer kritisch reflektierten Information beigestellt wird.

 


 

Graz: Vorbilder der Jugend

Mehr als 200 Genossinnen und Genossen folgten in diesem Jahr der Einladung der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer, die gemeinsam mit der SPÖ-Sektion Eggenberg eine Gedenkfeier für die Opfer des Februars 1934 veranstalteten.

In einem eindrucksvollen Gedenkmarsch ging der feierliche Zug der Freiheitskämpfer vom traditionsreichen Eggenberger Vereinslokal, wo 1934 die Kämpfe der Arbeiter stattfanden, bis zum Gedenkstein für Genossen Stanek. In Anwesenheit der Parteispitze der SPÖ Graz erinnerte der Vorsitzende der steirischen Freiheitskämpfer, Mag. Albert Kaufmann, vor allem an die "große Persönlichkeit Josef Staneks, der als Arbeiterkämmerer, Gewerkschafter und Sozialdemokrat" durch einen, wie Kaufmann betonte, "angeordneten Justizmord" umgebracht wurde.

In einer Zeit, in der durch rechtskonservative Kräfte Gewerkschaften, Arbeiterkammer und ihre sozialdemokratischen Repräsentaten systematisch diskreditiert werden, sei es notwendig, so Kaufmann, dass das Vermächtnis der Genossen des Februars 1934 hochgehalten wird. Auch der Grazer Vizebürgermeister Walter Ferk wies auf die Verdienste der Freiheitskämpfer für ein freies und demokratisches Österreich hin. Der Landessekretär der Gemeindebediensteten und Eggenberger Sektionschef Willi Kolar, ebenfalls Mitglied der Freiheitskämpfer, ehrte die anwesenden noch lebenden Februarkämpfer als "echte Helden" und Vorbilder für unsere Jugend.

 


 

Gedenken an den 12. Februar 1934

Zum Gedenken an den 12. Februar 1934 laden die SPÖ-Sektion Eggenberg und der Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschisten Landesgruppe Steiermark Süd ein:

Samstag, 12. Februar 2005, 9.00 Uhr
Treffpunkt: Sektionslokal der SPÖ Eggenberg, Eckertstraße 67

Begrüßung durch GR Wilhelm KOLAR

Grußworte Parteivorsitzender Vizebgm. Walter FERK

Festrede des Vorsitzenden der Landesgruppe Steiermark Süd, Mag. Albert KAUFMANN

Schweigemarsch zur Gedenkstätte mit anschließender Kranzniederlegung

Eggenberger Bläserquartett

 

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