LANDESVERBAND TIROL

 

Auf den Spuren der Mühlviertler "Hasenjagd"

Tiroler Genossinnen beim Besuch des KZ Mauthausen
Foto: Freiheitskämpfer Tirol
Rund 60 Mitglieder der Sozialdemokratischen FreiheitskämpferInnen und der SPÖ-Frauenorganisation nahmen im Mai an einer Gedenkfahrt nach Oberösterreich teil. Begleitet von Nationalrätin Gisela Wurm und Landtagsabgeordneter Gabi Schiessling, besuchte die Gruppe Schloss Hartheim, sprach in Schwertberg mit einer Zeitzeugin der sogenannten "Mühlviertler Hasenjagd" und nahm am Sonntag an der Befreiungsfeier im KZ Mauthausen teil.
Die Nationalsozialisten missbrauchten Schloss Hartheim in Alkoven als unmenschliche Tötungsstätte im Rahmen des Euthanasieprogramms "T4". Das Schloss ist heute eine viel besuchte Gedenkstätte für die Opfer, von denen Hunderte aus Nord- und Südtirol sowie aus Vorarlberg stammten. Die Tiroler Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen gedachten dieser Opfer und nahmen an einer Führung durch die Anlagen des Schlosses teil.
1945 sind 500 zum Tode verurteilte sowjetische Kriegsgefangene aus dem KZ Mauthausen ausgebrochen. Nur neun von ihnen haben den Ausbruch überlebt. In der Nacht des Ausbruchs hat die SS die Bevölkerung aufgerufen, die "KZler" zu jagen wie die Hasen. Zwei der Geflüchteten wurden von einer Bäuerin über drei Monate vor den Suchmannschaften und deren Hunden bis zur Befreiung im Mai 1945 versteckt. Die damals 14-jährige Tochter dieser furchtlosen Frau gewährte der Tiroler Gruppe einen tiefen und bleibenden Eindruck in eine unbarmherzige Zeit und ein mörderisches, menschenverachtendes System. Am nächsten Tag nahm die Gruppe an der Befreiungsfeier im KZ Mauthausen teil und traf sich an der Gedenktafel für den im KZ ermordeten Schutzbundführer Richard Bernaschek, um gemeinsam mit Justizministerin Maria Berger der Ereignisse zu gedenken. "Wir müssen die Demokratie jeden Tag neu verteidigen und den Faschismus, insbesondere den derzeitigen Alltagsfaschismus, jeden Tag aufs Neue bekämpfen", fassten Gabriela Schroffenegger und Helmut Muigg zusammen.
Nach der Rückkehr legten Vertreter und Vertreterinnen der Freiheitskämpfer am Mahnmal in der Reichenau in Innsbruck einen Kranz zum Gedenken an die Opfer des dortigen Arbeitserziehungslagers nieder. Dieses Lager stand an Brutalität und Grausamkeit den übrigen Lagern der Nazis in nichts nach.

Christine Mayr

 


 

Tirol: Weg mit Dollfuß-Gedenken

Gisela Wurm Nationalratsabgeordnete Gisela Wurm
Foto: Freiheitskämpfer LV Tirol

Nationalrätin Gisela Wurm hielt am 12. Februar im Innsbrucker SPÖ-Haus eine viel beachtete Gedenkrede zu den Ereignissen des Jahres 1934. Sie führte aus, dass zwischen damals und heute Parallelen bestehen: "Trat der Austrofaschist Engelbert Dollfuß im Februar 1934 an, um den sozialen Schutt der Ersten Republik zu beseitigen, gibt es heutzutage heftige Bestrebungen, unter dem Deckmantel der Globalisierung die sozialen Errungenschaften und den gesellschaftlichen Konsens aufzuweichen."

Die Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen haben sich im Februar 1934 leider erfolglos gegen eine austrofaschistische Regierung gewehrt, die bis dahin schon mehrfach die Verfassung gebrochen und bereits das Parlament ausgeschaltet hatte", so Gisela Wurm. Die unterlegenen Kämpfer und Kämpferinnen des Februar 1934 wurden gehenkt, bis in das letzte Glied in der Familie verfolgt und in alle Welt vertrieben. Besonders beschämend ist für Wurm die Tatsache, dass in Steinach am Brenner ein bekannter Wanderweg und ein Gipfelkreuz immer noch nach Dollfuß benannt sind. Bundeskanzler Gusenbauer hat das Dollfuß-Bild im Kanzleramt umgehend abhängen lassen. In Tirol sollte man sich daran ein Beispiel nehmen.

Im Anschluss an die Gedenkrede wurde im Erdgeschoß des SPÖ-Parteihauses ein Text zu den Februarereignissen 1934 in Innsbruck zugänglich gemacht. Er trägt den Titel "Hier wurde die Demokratie mit Füßen getreten". Zudem listet eine Tafel die Namen der Opfer des Nationalsozialismus auf. Das Gedenken an den Februar 1934 wurde mit einem Vortrag über die Rolle der katholischen Kirche in der Zwischenkriegszeit abgeschlossen.

Schon am 7. Februar hatte im voll besetzten Leokino eine Aufführung des Films "Aufzeichnungen zum Widerstand" stattgefunden. Der Film erzählte in Interviews, belebten Zeichnungen und alten Filmaufnahmen vom Leben des Widerstandskämpfers Harry Spiegel, der gegen Dollfuß, Franco und Hitler gekämpft hat. Regisseur Martin Krenn war anwesend und beantwortete Fragen aus dem Publikum.

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Helmut Muigg / Christine Mayr

 


 

Gedenken in Osttirol

Helmut Muigg
Die SPÖ Lienz gedachte am 30. April 2005 beim Mahnmal der Opfer des NS-Regimes der 25 Osttirolerinnen und Osttiroler, die im Kampf gegen den Nationalsozialismus und für ein freies Österreich ermordet wurden.
Dr. Gerwald Lentner, der Sprecher der Osttiroler Freiheitskämpfer, zeigte in seiner Gedenkrede die menschenverachtende Ideologie des Nationalsozialismus auf. Acht Frauen und sechs Männer zitierten aus der Lebensgeschichte der Osttiroler Opfer.
Am 25. Juni nahmen 40 Osttirolerinnen und Osttiroler unter der Leitung von Dr. Gerwald Lentner an einer Gedenkfahrt in das Konzentrationslager Mauthausen teil.

 


 

Februargedenken in Tirol

Helmut Muigg Landesvorsitzender Tirol Helmut Muigg
Foto: Freiheitskämpfer Tirol
Am Freitag, dem 11. Februar 2005, versammelten sich um 19 Uhr zwischen 40 bis 50 Teilnehmer und Teilnehmerinnen vor dem Parteihaus in der Salurner Straße in Innsbruck zum diesjährigen Februargedenken. Eingeladen hatten die Freiheitskämpfer, die JUSOS, die Partei und das Renner-Institut.

Helmut Muigg, Vorsitzender der Freiheitskämpfer Tirol, begrüßte die Teilnehmer. Er richtete drei Fragen an die Repräsentanten des Landes Tirol:
"Haben die Vertreter des Landes Tirol, die während des Austrofaschismus Funktionen ausübten, jemals eine Entschuldigung an die Wörgler und Häringer Freiheitskämpfer ausgesprochen? Hat man sich eigentlich für die unsägliche Tätigkeit des Tiroler Antisemiten-Bundes während der gesamten Zeit der Ersten Republik entschuldigt? Hat man sich überhaupt für die Zerstörung der Demokratie in Tirol oder für das Verbot der SPÖ entschuldigt?" Muigg stellte fest, dass wir noch lange an den Spätfolgen der austrofaschistischen Diktatur leiden werden.

Der Vorsitzende des Landesbildungsausschusses der SPÖ Tirol, Herwig Ostermann, fand den Bezug zur Gegenwart:
"Für uns gilt es folglich, ein Sensorium zu entwickeln, um demokratiefeindliche Maßnahmen als solche zu erkennen und energisch und mit aller Kraft dagegen aufzutreten. Denn es können einige Parallelen zwischen der Politik der dreißiger Jahre und Maßnahmen der schwarz-blauen Bundesregierung gezogen werden. Dass sich die ÖVP nie vom Austrofaschismus distanziert hat, ist in diesem Zusammenhang zwar schlüssig, politisch aber nur noch bedenklicher." Ostermann rief zur Schaffung einer Gesellschaft auf, die zu Kritik ermutigt und nicht Kritiker entmündigt.

Gemeinsam enthüllten sodann Helmut Muigg und Herwig Ostermann eine Erinnerungstafel mit den Namen aller durch die Nationalsozialisten justifizierten Gegner und Antifaschisten aus dem Bezirk Innsbruck.

 


 

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