LANDESVERBAND NIEDERÖSTERREICH
Das Nazi-Massaker 1945 in Krems-Stein
Nach 62 Jahren versammelten sich auf dem Friedhof Krems-Stein zahlreiche Antifaschisten, um beim Gedenkstein des Blutbads der Nazischergen zu gedenken.
Für den KZ-Verband waren Oskar Wiesflecker und Friedl Krenn, für die Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer Walter Faderny, Egon Meyer, Edith Krisch, für die ÖVP-Kameradschaft Dr. Hubert Jurasek anwesend.
NR Anton Heinzl, LAbg. Otto Kernstock, BR Renate Seitner, NR a.D. Georg Kriz, NR a.D. Robert Sigl, der Diplomat Zaphirakos Theophilos von der griechischen Botschaft, Gemeinderäte aus St. Pölten und Krems und der ÖGB-Bezirkssekretär Rudolf Kernstock gaben der Gedenkveranstaltung die Ehre.
LAbg. a.D. Karl Gruber schilderte in seiner Gedenkrede eindringlich die Tragödie jener Tage: "Am 5. und 6. April 1945 trafen aus Wien unklar formulierte Entlassungsrichtlinien ein. Es gab auch die Nachricht, dass in Wien Häftlinge freigelassen wurden. In der Strafanstalt Stein waren die Lebensmittel knapp geworden.
Der Leiter der Anstalt, RR Franz Kodre, bemühte sich um Freilassungen. Jedoch der nazistisch eingestellte Aufseher, Anton Pomassl, alarmierte die NSDAP-Kreisleitung mit der Falschmeldung, dass in der Strafanstalt eine ,Revolte‘ ausgebrochen sei. Obwohl RR Kodre bemüht war, den herbeigeeilten SS-Offizieren zu beteuern, dass die Entlassung in Ordnung sei, wurde die Freilassung vereitelt. Herbeigerufene SA-Leute und NS-Schergen wurden vom stv. Leiter der Haftanstalt Baumgartner mit den Worten: ,Hier im Haus ist eine Revolte‘ empfangen. Sofort drangen die NS-Trupps in die Haftanstalt ein und eröffneten wahllos das Feuer. Dem darauffolgenden Gemetzel fielen in Stein und in den Straßen rund um Krems 386 Menschen zum Opfer. RR Franz Kodre und die anti-faschistisch gesinnten Aufseher Johann Lang, Heinrich Lasky und Johann Bölz wurden in einem Willkürakt erschossen.
Unmittelbar nach der Erschießung wurde Baumgartner vom NS-Kreisleiter Wilthum zum neuen Leiter der Strafanstalt bestellt.
Auf Befehl Wilthums wurden jene Männer, welche die Strafanstalt mit Beginn der Entlassungsaktion verlassen hatten, verfolgt. Der Befehl lautete, Häftlinge, die in der Nähe von Krems aufgegriffen werden, nach Stein zurückzubringen, alle anderen sollten in Hadersdorf am Kamp festgehalten werden.
Die Naziführer von Hadersdorf, Richard Kuen und Josef Sumetzberger, setzten diesen Befehl rasch in die Tat um.
Als die ersten Häftlinge in Hadersdorf die Kampbrücke erreichten, wurden sie von einer SS-Einheit festgenommen. 60 Männer wurden in den Gemeindekotter gepfercht. Auf Befehl der NS-Kreisleitung waren alle in Hadersdorf gefangen gehaltenen Männer zu exekutieren.
Am 7. April wurden sie der SS zur Erschießung übergeben. Sie erhielten Spaten und Schaufel zum Ausheben ihrer eigenen Gräber. Ein einziger Häftling konnte die SS durch eine Notlüge dazu bewegen, ihn in die Strafanstalt Stein zu überstellen. Als am Nachmittag des 6. April 1945 auf dem Hadersdorfer Friedhof Maschinengewehrsalven gegen die Gefangenen abgefeuert wurden, waren viele ihrer Leidensgenossen bereits durch die Übergriffe der SS zu Tode gekommen.
Vergessen wir nie, was passieren kann, wenn anstelle einer Demokratie eine Diktatur entsteht!"
St. Pölten: Dollfuß-Bild verhängt!
Mit der Dollfußverehrung
in der St. Pöltener
Prandtauer-Kirche wird jetzt endlich Schluss gemacht.
Der St. Pöltner Diözesanbischof Dr. Klaus Küng hat das große Gemälde mit dem Bürgerkriegskanzler Dr. Engelbert
Dollfuß zur Chefsache erklärt.
Das Bild, das neben dem Altar
vom örtlichen Priester angebracht
worden war, wurde auch vom Bundesdenkmalamt kritisiert und nun verhängt. Das Wandbild war erst 2005 (!) von den deutschen Künstlern Manfred
Stader und Edgar Müller angefertigt worden. In Dollfuß' Amtszeit war die unter Josef II. säkularisierte Kirche wieder eingeweiht worden.
Die NÖ Freiheitskämpfer dazu in einer Resolution: "1934 hat Dollfuß befohlen, dass mit Kanonen auf Arbeiterwohnhäuser
geschossen wird. Mehr als 1.000 Tote waren zu beklagen.
Neun sozialdemokratische Schutzbündler wurden ohne Gnade gehenkt. Deshalb gehört
Dollfuß, den die ÖVP im Parlamentsklub mit einem Bild zeigt, nicht in die Kirche, nicht in den Himmel, sondern in die Hölle!
Bischof Küng reicht es, er will keine alten Gräben aufreißen.
Im Gegenteil, er ist um ein gutes Verhältnis aller Christen im 21. Jahrhundert bemüht!
Die Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer
Niederösterreichs und die Sozialistische Jugend NÖ begrüßen diese Entscheidung
des Bischofs. Zugleich wird der Entfernung eines Dollfußbildes
im Bundeskanzleramt zugestimmt und unserem Bundesparteivorsitzenden
Dr. Alfred
Gusenbauer für seine Initiative
gedankt.
Auch in Linz, am Linzer Dom, wird nun zu einer Dollfuß-
Gedenktafel, die 1934 bei der Errichtung der Domtüren eingeschnitzt und 1938 von den Nationalsozialisten mit einer
Platte verdeckt worden war, ein Zusatz angebracht. Der oberösterreichische SPÖ-Klubobmann Karl Frais hatte den Text kritisiert. Man einigte sich auf eine gut sichtbare Kommentierung. Darin heißt es unter anderem: "Die Gedenktafel
ist aus heutiger Sicht keine Zustimmung zur damaligen Politik.
Nach der Befreiung von der NS-Gewaltherrschaft beschloss
die Österreichische Bischofskonferenz,
sich in Hinkunft
jeder Parteipolitik zu enthalten."
Der Verherrlichung von Dollfuß, dem austrofaschistischen
Zerstörer der Demokratie
in Österreich, muss ein
für alle Mal ein Ende gesetzt werden.
NÖ: Den Freiheitskämpfern verpflichtet

Im Bild v. l. n. r.:
Bgm. a. D. Willi Gruber,
LVors.-Stv. Walter Faderny,
SPÖ-Bez.-Vors. NR Anton Heinzl,
LH-Stv. Heidemaria Onodi,
LVors. LAbg. a.D. Karl Gruber,
LR Karin Kadenbach,
Bgm. Mag. Matthias Stadler,
Bundesvors. NR a. D. Alfred Ströer,
LAbg. Mag. Willi Stiowicek
Idealismus und Begeisterung
wurde im St. Pöltner Steingöttersaal anlässlich des Februar-Gedenkens demonstriert.
Der Landesvorsitzende LAbg.
a. D. Karl Gruber sagte: "In den
letzten fünf Jahren ist es den
Freiheitskämpfern in Niederösterreich gelungen, den Mitgliederstand um ein starkes Drittel
anzuheben. Besonders junge
Betriebsräte und Gemeindemandatare kamen in großer Zahl zu
uns. Sie sind ganz wichtig in der
Meinungsbildung.
Freiheit und Demokratie brauchen eine starke Bewusstseinsbildung. Sozialdemokraten sind
schon immer gegen jede Form
und Farbe einer Diktatur gewesen. Der Kampf für bessere Lebensbedingungen der Menschen
und der mutige Einsatz unserer
Helden gegen die faschistische
Dollfuß-, Franco- und Hitlerdiktatur haben einen würdigen
Platz in der Zeitgeschichte bekommen.
Aber auch der Geist der roten
Rebellen darf nach 1945 niemals
untergehen. Bei geistigen, programmatischen Auseinandersetzungen innerhalb unserer Sozialdemokratie wollen wir das
ideologische Gewissen sein und
auch bleiben.
Unsere DREI PFEILE als Symbol des Strebens nach Freiheit,
Gleichheit und Gerechtigkeit
sind noch immer aktuell und
niemals ein Exponat für ein
Museum. Wir Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer wollen
die rote Fahne mit diesem Zeichen in Ehren halten, bewahren
und am 1. Mai tragen, weil sie
das Kampfzeichen ist, das uns
verbindet. Sie symbolisiert und
demonstriert auch unsere Gesinnung gegen Imperialismus, Kapitalismus und Faschismus."
Landesrätin Karin Kadenbach
führte aus: "Wir sind stolz auf
jene Generation in unserer Mitte, die zu den Freiheitskämpfern
aus den Jahren 1934 bis 1945 gehören. Sie haben Unendliches
für unsere Gesellschaft geleistet
und die Grundvoraussetzungen
dafür geschaffen, dass sich im
neuen Österreich ab 1945 endlich wieder Demokratie und Solidarität entfalten konnten. Sie
waren in diesen dunklen Jahren
quasi unser gutes Gewissen und
nahmen dafür in Kauf, dass es
ihnen noch um Vieles schlechter erging als dem Großteil ihrer
weniger mutigen Zeitgenossen.
Wir Angehörigen späterer Generationen dürfen ihre Opfer und
Leistungen nie vergessen.
Wenn einmal die Erinnerung
daran verblassen sollte, dann
verblasst auch unser Verständnis für gelebte Demokratie,
für politische Freiheit und persönliche Gedanken- und Meinungsfreiheit. Auch heute ist
die Förderung von Menschenrechten, ohne Unterschied von
Rasse, Geschlecht, Sprache und
Religion, ein wesentlicher Bestandteil sozialdemokratischer
Gesinnung. Gerade der letzte Wahlkampf hat gezeigt, wie
skrupellos manche Parteien
nach wie vor mit Ressentiments
spielen, Ängste schüren und sich
auf diese Weise auf Wählerfang
begeben. Dass der Erfolg dieser
Parteien gegenwärtig eher bescheiden ausfällt, mag uns zwar
kurzzeitig beruhigen, entbindet
uns aber nicht von der Pflicht,
weiter wachsam zu sein. Paramilitärische Wehrsportübungen
im Wald, die ja gerade auch in
Niederösterreich noch vor nicht
allzu langer Zeit großes mediales
und juristisches Aufsehen erregten, dürfen keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.
Seltsame rituelle Feste vor
lodernden Flammen, bei denen
angezweifelt wird, ob wir nach
1945 wirklich befreit wurden,
müssen auf das Entschiedenste
bekämpft werden. Antisemitischen, rassistischen und ausländerfeindlichen Äußerungen am
Wirtshaustisch muss man auch
heute noch mit aller Vehemenz
entgegentreten."
Karin Kadenbach schloss mit
einem Wort von Rosa Jochmann:
"Wir wollen in unserem neuen
Bund auch die alte Solidarität,
die in den härtesten Jahren der
einzige Lichtpunkt für uns war,
hochhalten und unseren Märtyrern, die im Kampf um ein
freies, demokratisches Österreich ihr Leben ließen, ein bleibendes Denkmal setzen: durch
unsere Arbeit für die Erhaltung
der so schwer errungenen Freiheit."
"Stolpersteine" für NS-Opfer
Eine ganz besondere Art der Erinnerung wurde den 14 Mödlinger NS-Opfern durch die "Aktion Stolpersteine" zugedacht. Aufgrund eines einhelligen Gemeinderatsbeschlusses wurden nach deutschem Vorbild in der Mödlinger Innenstadt vor den Wohnhäusern, in denen die 14 jüdischen Familien lebten, in den Straßenbelag Messingplatten mit den Namen der Opfer eingelegt, unter ihnen der elfjährigen Hedwig Blum, die 1942 im KZ Maly Trostinec ermordet wurde. Die Aktion stellt den Versuch dar, den Opfern im sichtbaren Gedenken symbolisch ihren persönlichen Platz in der Stadt zurückzugeben. Engagierte Mödlinger, zusammen mit den Schülern des BRG, haben zugleich die Lebens- und Leidensgeschichte der Opfer aufgezeichnet. Abschluss der Aktion bildete ein Gedenkstein für die hingerichtete Ordensfrau Maria Restituta.
Auch für Braunau am Inn wurden von dem deutschen Bildhauer Gunter Demnig ähnliche "Stolpersteine" - dort für österreichische Widerstandskämpfer - angefertigt.
In Wien gab es bereits eine ähnliche Aktion, "Straße der Erinnerung", im Leopoldstädter Volkert-Viertel.
Gedenken in Krems-Stein

Von links nach rechts: Vertreter der griechischen Botschaft,
Konsulin Evangelia Grammatika, Karl Gruber,
Oskar Wiesflecker, Alfred Ströer,
Walter Faderny, Edith Krisch, Friedl Krenn
Foto: Freiheitskämpfer
Beim Mahnmal auf dem Friedhof in Krems-Stein fand am 8. April 2006 ein Gedenken an die Massaker vom 6. und 7. April 1945, deren Opfer 386 politische Gefangenen waren, statt. An der Gedenkstunde nahmen zahlreiche Mitglieder der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer und des KZ-Verbandes teil.
Der Vorsitzende des KZ-Verbandes, Oskar Wiesflecker, sprach über die Bedeutung von Frieden, Freiheit und Menschlichkeit und gedachte der Opfer des Massakers in Krems-Stein.LAbg. a. D. Karl Gruber, Vorsitzender der Freiheitskämpfer NÖ, erinnerte die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung an wichtige historische Fakten, welche zur Machtergreifung Adolf Hitlers in Deutschland geführt haben: die Gründung der Konzentrationslager, die mit Dachau ihren Anfang nahm, die Aufhebung von Meinungs- und Pressefreiheit, die Verfolgung der Kommunisten, dann auch der Sozialdemokraten, schließlich aller Andersdenkenden und der Juden - bis hin zu Krieg und Menschenvernichtung. "Der greise Reichspräsident Hindenburg hatte sich täuschen lassen und mit der Angelobung Adolf Hitlers am 30. Jänner 1933 einen schweren historischen Fehler begangen, der Millionen Menschen das Leben gekostet hat." Nie wieder Diktatur und Krieg! Niemals vergessen!
Anschließend gingen die Kundgebungsteilnehmer zum griechischen Gedenkstein gegenüber dem Haupteingang der Justizstrafanstalt in Stein und legten gemeinsam mit einer griechischen Delegation ebenfalls einen Kranz nieder. NR a. D. Prof. Alfred Ströer, Bundesvorsitzender der Freiheitskämpfer, gedachte der 90 politischen Häftlinge aus Griechenland, die damals einen qualvollen Tod erleiden mussten. Das höchste Gut, das wir heute besitzen, ist die Demokratie, jetzt endlich in ganz Europa!
Karl Gruber
Gedenken in Hadersdorf verhöhnt!
In Hadersdorf am Kamp, Bezirk Krems, NÖ wurden im April 1945 61 politische Gefangene, die in der Justizanstalt Stein amtlich entlassen worden waren, von der SS verhaftet und gezwungen, ihr eigenes Massengrab zu schaufeln. Anschließend sind diese Opfer von ihren Peinigern erschossen worden.
Bei der 1946 erfolgten Exhumierung der Leichen und der Untersuchung durch das Gerichtsmedizinische Institut wurde festgestellt, dass Häftlinge, die bei der Exekution nicht sofort den Tod fanden, mit ihren toten Kameraden auf dem Friedhof in Hadersdorf verscharrt worden sind. Die Ermordeten wurden damals in einem gemeinsamen Grab in der Gruppe 40 auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.
Bei einer Gedenkveranstaltung am 7. 4. 2006 wurden in Hadersdorf die Namen der Opfer mit Kreide auf die Straße geschrieben. Das war dem Bürgermeister LAbg. DI Toms, noch dazu vor Ostern, ein Dorn im Auge. Er gab der Feuerwehrjugend den Auftrag, die Namen, die ewig eine Mahnung gegen Faschismus und Terror sind, in der Nacht mit dem Feuerwehrauto wegzuwaschen. Dieser Skandal war der SJ NÖ Anlass genug, den sofortigen Rücktritt von Toms zu fordern. Toms hat als Bürgermeister und ÖVP-Funktionär den Anstand verletzt und die Würde Österreichs verhöhnt!
Warum hat die ÖVP NÖ bis jetzt nicht reagiert? Warum sitzt Bernd Toms noch immer im Bürgermeistersessel? LAbg. Karin Kadenbach hat für die SPÖ NÖ eine Erklärung von Toms gefordert. Bis heute ohne Ergebnis. Toms schweigt sich aus … und was sagt sein Chef, Landeshauptmann Dr. Pröll? Er schweigt! Wie lange noch?
K.G.
Kulturinitiative in St. Pölten

Das politische Lehrstück ist gelungen: die Broschüre "Bewegte Zeiten", ein Meilenstein. Im Bild v. l.: Dr. Peter Jankowitsch
als Hauptredner im St. Pöltner Rathaus. Weiters: Walter Faderny, Bgm. Mag. Matthias Stadler, LAbg. Otto Kernstock,
NR Anton Heinzl, LH-Stv. Heidemaria Onodi, LAbg. a. D. Karl Gruber, Bundessekretärin Edith Krisch, LAbg. Willi
Stiowicek, StR Robert Laimer und Prof. Alfred Ströer.
Die Broschüre "Bewegte Zeiten", eine historische Dokumentation der Arbeiterbewegung NÖ, wurde am 3. März 2006 im St. Pöltner Rathaus vom Landesvorsitzenden der Freiheitskämpfer, Karl Gruber, präsentiert.
Ein weiter Bogen spannt sich vom Jahr 1848 bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts. Von Karl Marx bis zum Hainfelder Einigungsparteitag der Sozialdemokratie mit Victor Adler und von Karl Renner, dem zweimaligen Gründer der Republik Österreich, bis zum Staatsvertrag mit den Signatarmächten USA, UdSSR, England und Frankreich, wird die leidgeprüfte Geschichte unserer Heimat dargestellt.
Der politische Neuanfang und Aufbau der Infrastruktur zeigt auf, mit welchem Glauben das Volk für eine bessere Zukunft gearbeitet hat.
Der soziale Aufschwung ist nicht von selbst gekommen. Die große Koalition war von einer gemeinsamen Arbeit so lange gekennzeichnet, bis die ÖVP das Experiment einer Alleinregierung ausprobiert hat. Die anschließende Aufbruchstimmung unter Bruno Kreisky, dem legendären Bundeskanzler, hat Österreich erst weltoffen, sozial, menschlich, fortschrittlich und modern gemacht. Seit dem Jahr 2000 regiert der Schüssel-Haider-Kompromiss, der vieles von den sozialen Errungenschaften auf Dauer lädiert.
Karl Gruber betonte in seiner Ansprache, wie sehr in der Broschüre der Gegensatz zwischen Diktatur und Demokratie als Anschauungsunterricht erkennbar ist.
Die Dollfuß-Diktatur des Austrofaschismus hatte als Markenzeichen die Massenarbeitslosigkeit, Not und Elend, den Bürgerkrieg und den Galgen. Adolf Hitler, der große Verführer des Dritten Reiches, hatte als Markenzeichen seiner Diktatur das Fallbeil, die Gaskammer im Konzentrationslager und den Zweiten Weltkrieg, aus dem hunderttausende Österreicher in deutscher Wehrmachtsuniform nicht mehr heimgekommen sind.
Bgm. Mag. Matthias Stadler würdigte das neue Museum im Hof, Prandtauerstr. 4, das Prof. Dr. Siegfried Nasko mit seiner Arbeit hervorragend gestaltet hat. Weiters dankte er Karl Gruber als Verleger und Herausgeber der Broschüre "Bewegte Zeiten" für seine Initiativen. Diese gute Aufarbeitung der Geschichte ist bestens gelungen. "Ich kann daher nur allen jungen Menschen raten, sich die Ausstellung anzusehen bzw. die Broschüre als Teil unserer Identität und Geschichte zu lesen. Broschüre und Ausstellung sind ein hervorragendes Zeitdokument."
Außenminister a. D. Dr. Peter Jankowitsch sagte im Hauptreferat, dass der Freiheitskampf für Demokratie und Freiheit im Februar 1934 internationale Beachtung gefunden hat. Waren es doch die sozialdemokratischen Schutzbündler in Österreich, die als Erste mit der Waffe in der Hand gegen das Aufkommen des Faschismus gekämpft haben. Eine Fortsetzung des Widerstandes gegen den Faschismus war anschließend im spanischen Bürgerkrieg. Unter großen Opfern aus vielen Ländern, auch im österreichischen Widerstand, wurde der Faschismus in Europa besiegt. 1950 waren es die sozialistischen Gewerkschafter in den Betrieben, die den kommunistischen Putsch gegen die Regierung in Wien zum Scheitern gebracht haben. Die Gefahr war damals sehr groß, dass zumindest in Ost-Österreich eine sowjetische Volksdemokratie hätte entstehen können.
Peter Jankowitsch lobte die Initiative von Karl Gruber, mit der Broschüre "Bewegte Zeiten" die geschichtlichen Fakten und Geschehnisse aufgearbeitet zu haben.
Offener Brief an Bischof Küng
In einem offenen Brief fordert der Landesvorsitzende der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer NÖ Karl Gruber sowie der Vorsitzende der Sozialistischen Jugend NÖ Bernhard Wieland den St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng auf, ein Bild, das Engelbert Dollfuß verherrlicht, aus der Prandtauerkirche entfernen zu lassen. In dem ausführlichen Schreiben wird die verhängnisvolle Politik der Regierung Dollfuß dargestellt, die 1933 die Demokratie in Österreich zerstörte und 1934 den Bürgerkrieg provozierte, der vielen hunderte Menschen das Leben kostete, aufrechte Republikaner an den Galgen brachte und dem Bundesheer befahl, mit Kanonen auf Wohnhäuser zu schießen. Für die Sozialdemokraten sei Dollfuß kein Märtyrer, seine Politik sei ihm zum tragischen Verhängnis geworden.
Republikfeier in St. Pölten: Schluss mit FPÖ-Hassparolen

Von l.n.r.: Marcus Strohmeier, StR Robert Laimer, Labg.a.D. Karl Gruber, SJ-Fahnenträgerin Jennifer Geyeregger, SJ-Landessekretär DI Rainer Handlfinger, NR Anton Heinzl, GR Harald Ludwig und Hasan Dogan
Foto: Freiheitskämpfer NÖ
Die SPÖ-Sektion Spratzern gedachte am 11. November 2005 bei einem Fackelzug der Ausrufung der Ersten Republik. Leider sind dieser Staat und seine demokratische Verfassung an der Missgunst des Austrofaschismus 1933-1938 unter Engelbert Dollfuß und Kurt Schuschnigg zugrunde gegangen. Danach wurde durch Adolf Hitler der Nazifaschismus mit der Ideologie des Rassismus und mit seiner Weltkriegspolitik zur größten Gefahr in Europa. Die Kriegsfolgen waren enorm.
Österreich konnte durch die Staatskunst von Karl Renner die Zweite Republik gründen, obwohl im April 1945 Niederösterreich noch Kriegsschauplatz war. Das demokratische Leben konnte allmählich wieder installiert werden. 60 Jahre Frieden und 50 Jahre Staatsvertrag waren ein guter Anlass, der Jugend, die den Faschismus und seine Folgen nicht miterlebt hat, die Bedeutung der demokratischen Verfassung ins Bewusstsein zu rufen.
Bei der Fackelkundgebung vor dem Volksheim in Spratzern wandte sich GR Harald Ludwig, Sektionsvorsitzender der SPÖ, mit aller Schärfe gegen die Plakate der Strache-FPÖ mit deren Hassparolen gegen Ausländer. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, die die Menschen aufeinander hetzen, sind eine Gefährdung der Demokratie.
NÖ-Landesvorsitzender der Freiheitskämpfer, LAbg. a. D. Karl Gruber, der mit NR Anton Heinzl und StR Robert Laimer erschienen war, führte in seiner Ansprache den Werdegang zum Staatsvertrag eindringlich vor Augen. Österreich musste dafür große Opfer in Form von Warenlieferungen an die Sowjet-union bringen. Innerhalb von sechs Jahren wurden für 150 Millionen US-Dollar (3,9 Milliarden Schilling) Lieferungen erbracht. Darüber hinaus hat Österreich 10 Millionen Tonnen Rohöl nach Russland pflichtgemäß abgeliefert. Weiters mussten für die Rückgabe der Schiffswerft Korneuburg und der im Osten befindlichen DDSG-Schiffe 2 Millionen US-Dollar (52 Millionen öS) bezahlt werden. Für diese Arbeitsleistung, die in beachtenswert kurzer Zeit erbracht wurde, müsse der österreichischen Industriearbeiterschaft nochmals besonderer Dank ausgesprochen werden, sagte Gruber. Er wandte sich auch gegen den Ausverkauf des Staatseigentums durch Schüssel und Grasser und gegen die zahlreichen Belastungen, die Schwarz-Blau nun schon durch fünf Jahre dem Volk zumutet. "Das Volk spürt im Geldbörsel die Konterrevolution der konservativen Reaktion. Die Reichen werden ständig reicher und die Armut nimmt permanent zu. Österreich hat sich Besseres verdient!"
Die Stadtjugendmusikkapelle, ein Fahnenblock der Sozialistischen Jugend und mehr als zweihundert Teilnehmer gaben dem Fackelzug einen würdigen Rahmen.
Karl Gruber
Gedenkfeier in Wimpassing

Foto: Freiheitskämpfer NÖ
Am 21. Oktober 2005 veranstaltete die Bezirksorganisation der SPÖ Neunkirchen gemeinsam mit dem Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschisten und dem Renner-Institut Niederösterreich im Kulturzentrum Wimpassing eine Gedenkfeier zum 60. Jahrestag der Befreiung Österreichs. Ziel der mit etwa 300 Teilehmer/-innen gut besuchten Veranstaltung war es, unter dem Motto "Aus der Vergangenheit lernen" einen Gegenpol zu den Jubelfeiern der Regierung zu setzen. Den musikalischen Rahmen zu dieser Veranstaltung gab der Ternitzer Stadtchor. Im Foyer wurde eine Wanderausstellung zum Gedenkjahr gezeigt, die - ebenso wie ein Büchertisch - großes Interesse fand.
Die Veranstaltung wurde von Abg. Peter Marizzi eröffnet, der betonte, wie wichtig es sei, die Parallelen zwischen der Entwicklung der 30er Jahre und der gegenwärtigen politischen Entwicklung zu ziehen. Hauptredner waren die Zeitzeugen Prof. Alfred Ströer, Bundesvorsitzender der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer und BM a. D. Ferdinand Lacina.
Alfred Ströer berichtete in seinem Referat über die Entwicklung der Ersten Republik, den Austrofaschismus und die Zeit bis 1945, auch über seine eigenen bitteren Erfahrungen im Widerstand gegen die Nazis.
Als Zeitzeuge, der auch am Wiederaufbau beteiligt war, kritisierte er den NÖ Landeshauptmann Erwin Pröll, der bei der offiziellen Eröffnung der Österreich-Ausstellung auf der Schallaburg mit keiner Silbe den Gründer der Zweiten Republik Dr. Karl Renner sowie Dr. Bruno Kreisky, der wesentlich am Zustandekommen des Staatsvertrages mitgewirkt hatte, erwähnte.
Ferdinand Lacina, dessen Mitschriften in den 60er Jahren die antisemitischen Äußerungen des Professors für Geschichte an der Hochschule für Welthandel Taras Borodajkewycz belegten und schließlich dazu beitrugen, dass dieser zwangspensioniert wurde, sprach über die Zeit nach 1945. Er sprach auch über die Entwicklung der Verstaatlichten Industrie aus den von den Nazis als "deutsches Eigentum" ausgebauten und nach dem Krieg in der sowjetischen Besatzungszone beschlagnahmten Betrieben, die erst nach Abschluss des Staatvertrags Österreich zugänglich gemacht wurden.
Ruth Contreras
"Der Rest ist Österreich"

Ernst Jaritz hat die Ausstellung mit zahlreichen Dokumenten bereichert
Foto: Ernst Jaritz
Mehr als 1.500 Bewohner aus Deutsch Wagram und Umgebung besuchten die Ausstellung "Der Rest ist Österreich" im Volkshaus in Deutsch Wagram. 508 von ihnen wurden vom Ausstellungsleiter Ernst Jaritz persönlich durch die Schau geführt. Im Anschluss daran fanden stundenlange Diskussionen statt, deren Bogen sich von der Entstehung der Republik Österreich, der verhängnisvollen Entwicklung ab 1933/34 bis zum Auslöschen durch den Hitler-Faschismus 1938 spannte. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde besonders an jene Frauen erinnert, die entscheidend den Wiederaufbau der Republik Österreich gestalteten. Mit dem Staatsvertrag und dem Gesetz über die immer währende Neutralität, dem ASVG sowie dem Beitritt Österreichs zur EU 1995 wurden viele wichtige Abschnitte der Geschichte dokumentiert. Diese Ausstellung wurde durch die Initiative von Ernst Jaritz, trotz mancher Querschüsse aus anderen politischen Lagern, möglich.
Museum - Neueröffnung in St. Pölten
Im SPÖ-Bezirkshaus, Prandtauerstraße 4, fand am 24. September 2005 eine eindrucksvolle Festveranstaltung statt. Das Museum zur Geschichte der Arbeiterbewegung und Sozialdemokratie im NÖ Zentralraum wurde feierlich eröffnet. Die Schwerpunkte des zeitgeschichtlichen Museums sind Dr. Karl Renner, die Ereignisse in den Jahren 1934-1945 sowie Rosa Jochmann im NS-Konzentrationslager Ravensbrück.
Ein besonderes Exponat: Eine Puppe, die einem jüdischen Kind gehörte, hat Rosa Jochmann mit Stoffresten angezogen und mit ihren eigenen Haaren geschmückt.
Die neuen Räumlichkeiten neben dem Stadtmuseum sind weiters mit historisch wertvollen Schauobjekten gestaltet. So ist u.a. ein Nadelstreifanzug von Dr. Bruno Kreisky und das erste SPÖ-Mitgliedsbuch des derzeitigen Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer zu sehen.
Der Aufstieg der Arbeiterklasse zur staatstragenden Bewegung für Österreich, ihr Freiheitskampf, sind Sinn und Inhalt dieses Museums.
Anmeldung für Gruppenbesuche: Tel.: 0 27 42 / 35 21 34, LAbg a. D. Karl Gruber, Vorsitzender des Landesverbandes Niederösterreich.
Gemeinsame Gedenkveranstaltung anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 60 Jahren der SPÖ Bezirksorganisation Baden mit der Bezirksorganisation Baden des "Bundes Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer und Opfer des Faschismus" und der "Sozialistischen Jugend" im Bezirk Baden.
Eine Vielzahl an BesucherInnen konnte der Bezirksvorsitzende der SPÖ Bezirksorganisation Baden, Abgeordneter zum Nationalrat Bürgermeister Otto Pendl im Zuge einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Sozialistischen Jugend des Bezirkes und den Sozialdemokratischen Freiheitskämpfern und Opfer des Faschismus am Mittwoch, dem 18. Mai, begrüßen. An der Spitze der BesucherInnen konnte Bundesminister a.D. Franz Hums, sowie Abgeordneter zum NÖ Landtag und Bürgermeister a.D. Johann Wedl, Bürgermeister Dietrich Reinfrank, der Bundesvorsitzende der Sozialistischen Jugend, Ludwig Dvorak, der Landesvorsitzende der Sozialistischen Jugend NÖ, Bernhard Wieland, sowie die Bundessekretärin der Sozialistischen Jugend Österreich, Sabine Schatz begrüßt werden.
Unter dem Motto "Auschwitz - Eine Ausstellung gegen das Vergessen" luden diese Organisationen zur Gedenkveranstaltung mit Zeitzeugengespräch ein. Als Zeitzeuge fungierte einer der wenigen Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz, Dr. Franz Danimann, der in seinem einstündigen Vortrag über die Greueltaten der Nationalsozialisten generell und im speziellen in den Konzentrationslagern berichtete. Im Anschluß an seinen beeindruckenden Bericht beantwortete er noch ausführlich Fragen aus dem Publikum.
Nationalrat Pendl zeigte sich vor allem erfreut darüber, dass bei dieser Informationsveranstaltung der Querschnitt der Generationen sehr beeindruckend war, und die Hälfte der BesucherInnen Jugendliche waren. In der Frage des Antifaschismus muß es einen Schulterschluß der Generationen geben. Ausserdem verwies er auf den Korneuburger Eid der Heimwehr am 18. Mai 1930, der die Ausschaltung des Parlamentarismus in Österreich, wie er einige Jahre später Wirklichkeit wurde, zum Ziel hatte. 75 Jahre danach dürfen wir nicht verschweigen, dass die Greuel des Nationalsozialismus nur durch den zuvor vorherrschenden Austrofaschismus möglich waren.
Der Bezirksvorstizende der Sozialistischen Jugend im Bezirk Baden, Alexander Strobl merkte bei der Veranstaltung an, dass bei allen Jubiläen der letzten Zeit nicht vergessen werden darf, dass es davor die schrecklichsten Gräueltaten in der Geschichte der Menschheit gegeben hat. Unsere Veranstaltung soll ein Baustein gegen dieses Vergessen sein.
Denkmal bei der Serbenhalle in Wiener Neustadt

Eine Inschrift, die Generationen für alle Zeiten mahnen soll
In Wiener Neustadt wurde am 15. April ein KZ-Denkmal bei der Serbenhalle enthüllt. Die Serbenhalle, errichtet 1943, war eine Außenstelle des KZ Mauthausen.
Die Errichtung des Mahnmals erfolgte auf Initiative des Mauthausenkomitees (Obmann Dr. Johann Stippel) und des Vereins Alltag Verlag. Die Gedenkansprache hielt Dr. Peter Wittmann. Der Künstler Markus Grabenwöger ging neue Wege: Der Korpus des Denkmals ist eine massive Leuchtreklame-Konstruktion. Auf ihr ist in großen Lettern zu lesen: "Immer irgendwer! Immer irgendwo! Immer irgendwann! - Nie ich? Nie hier? Nie jetzt?"
Sinn dieser Fragen und Behauptungen ist, auch das Interesse nachfolgender Generationen wachzuhalten, wenn es keine Zeitzeugen mehr gibt.
Der eigentliche Gedenktext ist der Halle zugewandt. Er erinnert an die rund 1.000 KZ-Häftlinge, die in der so genannten Serbenhalle des Raxwerks unter unmenschlichen Bedingungen zur Rüstungsarbeit gezwungen wurden. Viele kamen dabei ums Leben oder um ihre Gesundheit.
Immer wieder könne es geschehen, dass politische Systeme zu Verbrechen verführen oder nötigen, "wir selbst aber sind es, die solche Verbrechen entweder ignorieren, dulden oder tatkräftig unterstützen oder aber sie erkennen, bekämpfen und verhindern können", schloss Dr. Wittmann seine Rede.
Kranzniederlegung am 13. April 2005, im Hammerpark in St.Pölten
Rede von NÖ Landesvorsitzenden des Bundes Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer und Opfer des Faschismus LAbg. a.D. Karl Gruber:
Verehrte Anwesende der Gedenkfeier!
Niederösterreich war im April 1945 Kriegsschauplatz. Diese Kämpfe zählten zur Endphase des zweiten Weltkrieges. Der rasche Vormarsch der Roten Armee durch das Wienerwaldgebiet brachte den Bewohnern des Stadtgebietes St. Pölten überraschend schnell das Frontgeschehen. Die zurückflutenden, vielfach versprengten deutschen Truppen wollten den Krieg überleben und daher den Kriegsereignissen entkommen. Das Inferno war furchtbar. Umso fanatischer und grausamer war die mörderische Hand der Waffen SS.
Wochenlang hatten sich die Marschkolonnen der deutschen Wehrmacht durch St. Pölten in Richtung Westen abgesetzt. Viele Kettenfahrzeuge und Langrohrgeschütze nahmen sie mit. Die Soldaten wollten durch einen halbwegs geordneten Rückzug in die amerikanische Kriegsgefangenschaft geraten. Ein junger deutscher Soldat wurde am heutigen Europaplatz - angeblich ohne Papiere, erzählten die Leute - von der gefürchteten Feldgendarmerie aufgegriffen. Er lief davon, wurde aber eingeholt und mit einer Maschinenpistole erschossen.
Der Tote wurde in Wehrmachtsuniform zur Abschreckung auf ein schräg aufgestelltes Brett gelegt. Daneben stand eine Tafel mit der Aufschrift "Wegen Feigheit vor dem Feind erschossen!" Ich werde dieses traurige Bild niemals vergessen!

Delegation der Arbeitsgemeinschaft der
KZ-Verbände und Widerstandskämpfer
Österreichs bei der Gedenkveranstaltung
für die im April 1945 ermordeten
ehemaligen Häftlinge von Krems/Stein
Der Reichsführer der Jugend und Gauleiter von Wien Baldur von Schirach ist auf der Flucht vor den Russen kurz in St. Pölten gewesen. Er fuhr allein mit einem großen schwarzen Mercedes unbehelligt Richtung Westen, während seine Jugend an der Ost-Front verbluten sollte. Das Zeichen vom baldigen Ende der Schreckensherrschaft war da. Durch großangelegte Zerstörungsmaßnahmen sollten noch im letzten Moment wichtige Brücken und Verkehrsverbindungen in die Luft gesprengt werden.
Eine Schar aufrechter, mutiger Männer und Frauen aus allen Bevölkerungsschichten unserer Stadt stellte sich dem beabsichtigten Wahnsinn der Faschisten entgegen. Die Entfernung von Sprengladungen war ein wichtiges Ziel der Widerstandskämpfer.
Sie wollten in Zuversicht aktiv mithelfen, unsere Stadt vor den ärgsten Zerstörungen zu bewahren, und die Menschen vor den furchtbaren Kriegsfolgen und Katastrophen zu schützen.
10 Männer und 3 Frauen, aufrechte Österreicher und Österreicherinnen, wurden von der SS hier an diesem Platz im Hammerpark vor 60 Jahren am 13. April 1945 hingerichtet. Dieser grausame Mord, ausgeführt von einer Meute von Nazifanatikern war für die jahrelange braune Diktatur, welche damals im April 1945 zu Ende ging, bezeichnend.
Diese 13 Opfer liebten ihre niederösterreichische Heimat, sie gaben aber auch als Freiheitskämpfer das Zeugnis ab, dass Österreich niemals mehr von der Landkarte verschwinden darf.
Ein besonders trauriges Kapitel des niedergegangenen Nazi-Regimes war der Massenmord an bereits freigelassenen politischen Häftlingen in Krems-Stein. Wenige Tage vor der Befreiung wurde dieser bestialische Mord an mehr als 300 Menschen begangen. Sie mussten sterben, weil noch Hass und Intoleranz herrschten. Das Österreichbewusststein ist gerade durch die Methoden der NS-Machthaber neu entstanden. Der blinde Fanatismus und die Erniedrigung von Menschen durch eine so genannte Herrenrasse darf niemals wieder in der Menschheitsgeschichte hervortreten. Es liegt auch an der Jugend ihre Zukunft zu gestalten. Niemals wieder darf ein größenwahnsinnig gewordener Verführer die Macht im Staat bekommen um junge, lebensfrohe Menschen auf Schlachtfeldern in den Tod zu schicken. Allein bei den Kampfhandlungen in Wien und NÖ sind mehr als 150.000 Tote zu beklagen gewesen.

von links nach rechts:
Bürgermeister der Landeshauptstadt St. Pölten, Mag. Matthias Stadler,
LAbg. Otto Kernstock,
NR-Abg. Anton Heinzl,
Landesvors. der NÖ Freiheitskämpfer, LAbg. a.D. Karl Gruber,
Bgm. a.D. Willi Gruber,
HR Konrad Köck,
LAbg. HR Prof. Dr. Siegfried Nasko,
Bez.Geschäftsf. SPÖ St.Pölten GR Robert Laimer.
Während in Niederösterreich die Kämpfe noch tobten, hatte bereits Dr. Karl Renner das Vertrauen der Roten Armee und arbeitete auf Schloss Eichbüchel bei Wr. Neustadt an der Proklamation der provisorischen Bundesregierung.
Der Aufruf von Dr. Karl Renner lautete u.a.:
"Österreicherinnen und Österreicher! Rafft euch auf, helft alle mit zur Befreiung, das große Werk des Wiederaufbaues muss gelingen!" Dr. Renner prägte danach auch das Bild von den vier Elefanten in dem kleinen österreichischen Boot. Diese, in der Welt viel beachtete Darstellung galt für die Zeit - Österreich von 1945 - 1955.
Der Staatsvertrag für Österreich ist das Signal der Freiheit, Unabhängigkeit und Souveränität geblieben. Die Neutralität Österreichs stützt sich auf den starken Willen der Mehrheit der Männer und Frauen unseres Landes.
80 % wollen die Neutralität unbedingt aufrecht erhalten. Österreich fügt sich als neutrales Land in die Europäische Union ein. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Bereicherung.
Wir haben die Landeshoheit mit dem Staatsvertrag 1955 erhalten. Dieses Dokument unserer Freiheit wollen wir noch lange nicht in die Versenkung schicken - so wie das reaktionäre, konservative und rechtsextreme Kreise gerne möchten.
Die sozialdemokratischen Freiheitskämpfer wollen an dieser Stelle, hier im Hammerpark St. Pölten erneut das Gelöbnis leisten, alles zu tun, damit niemals wieder Nationalismus und Faschismus aufkeimen oder gar mächtig werden können.
Nationalismus, Faschismus, Hass und Feindschaft führen zum Krieg. Der Krieg führt zur Grausamkeit, Brutalität, zur Rohheit und zum Massenmord.
Die Märtyrer vom 13. April 1945 sind eine ständige Mahnung!
Ihre Namen sind am Gedenkstein zu lesen und im Mahnmal aus Stahl eingegossen.
Freiheit und Demokratie, Frieden und Neutralität können für Österreich durch das entschlossene Auftreten der Sozialdemokraten erhalten bleiben.
Es lebe die Freundschaft mit allen Völkern. Die Welt braucht mehr Freundschaft, Demokratie und Menschlichkeit.
Es lebe das demokratische Österreich!
Es lebe die zweite Republik.
Niemals vergessen wir die Männer und Frauen, die im Kampfe für Österreichs Freiheit gestorben sind.
In Ehrfurcht verbeugen wir uns vor diesen Opfern, wir werden ihnen stets ein ehrendes Angedenken bewahren.
Februargedenken in St. Pölten

Die Freiheitskämpfer von St. Pölten im Gedenken an die von den Austrofaschisten hingerichteten Genossen Johann Hois und Viktor Rauchenberger
Foto: Freiheitskämpfer NÖ
Bezirksvorsitzender NR Anton Heinzl, LA a. D. Karl Gruber, Bürgermeister Mag. Matthias Stadler mit Stadt- und Gemeinderäten aus St. Pölten, Bürgermeister Anton Rupp aus Herzogenburg sowie eine Delegation der ÖBB und die Sozialistische Jugend gedachten am 12. Februar auf dem St. Pöltner Hauptfriedhof jener Freiheitskämpfer, die für ihren unbändigen Willen zur Demokratie in den Februartagen vor 71 Jahren ihr Leben verloren!
Für die St. Pöltner Blutopfer des Dollfuß-Faschismus, den 43-jährigen Johann Hois und den 26-jährigen Viktor Rauchenberger, beide Arbeiter, die für Freiheit und Demokratie gehängt wurden und sterben mussten, legten Anton Heinzl und Karl Gruber einen Kranz bei ihrem Gedenkstein mit der Aufschrift "Niemals vergessen" nieder.
Karl Gruber sprach von bedrohlichen Signalen wie Rekordarbeitslosigkeit und Gewinnmaximierung um jeden Preis als Ausfluss des kapitalistischen Denkens und Handelns!
PRESSEAUSSENDUNG vom 28. Februar 2005
NÖ Freiheitskämpfer Vors. LA a.D. Karl GRUBER über:
Das Rote Kreuz und sein "Führer"
Utl: Eine Entgleisung des ÖVP-Mandatars Rudolf Friewald im Landtag
Der Nazifaschismus hatte einen unbarmherzigen Führer der mit Kriegspolitik und militärischer Gewalt die Weltherrschaft des Nationalsozialismus errichten wollte.
Die Eigenschaften des ganz großen Diktators Adolf Hitler waren in erster Linie Intoleranz, die Gewalt gegen politisch Andersdenkende sowie der Terrorismus und Rassismus!
Bei der NÖ Landtagssitzung am 25.2.2005 hat sich der ÖVP-Abgeordnete Friewald einen argen politischen Fehltritt erlaubt, als er den Präsidenten des NÖ Roten Kreuzes als Führer aus den Strukturen vor 1945 bezeichnete.
Obwohl sich der ÖVP-Mandatar nach Aufforderung durch den SPÖ-Klubobmann Hannes Weninger sehr bald darauf entschuldigte, bleibt der "Sager" im hohen Landtag in bitterer Erinnerung.
Das Rote Kreuz sollte als selbstständige, unpolitische Organisation reibungslos funktionieren, um Hilfe bei öffentlichen Notständen und Unglücksfällen leisten zu können.
Diesen so allgemein wichtigen Auftrag so rasch als möglich auch bei den Krankentransporten zu erfüllen, wird durch deplazierte Wortmeldungen aus der ÖVP nicht verbessert werden.
Die LEBIG ist gleich als Leitstellen-, Entwicklungs-, Betriebs- und Integrationsges.m.b.H. eine Tochter des Roten Kreuzes und wird ihre Hilfsangebote im Rettungswesen durch politische "Sager" über den Nationalsozialismus nicht verbessern können.
Sachlichkeit und MEHR RESPEKT vor der freiwilligen Mitarbeit im Rettungssystem wäre dringend erforderlich und notwendig!
Rückfragehinweis:
LA a.D. Karl GRUBER
Vorsitzender des Landesverbandes NÖ des
Bundes Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer
Gedenkstätte in Hofamt Priel

SPÖ Melk
Stv. SPÖ-Bezirksvorsitzender Mag. Günther Sidl (2.v.l.),
SP-Bezirksfrauenvorsitzende Charlotte Zimmerl (2.v.r.) und der
SP-Ortsparteivorsitzende Franz Eder (rechts).
Auf Initiative der SPÖ-Bezirksorganisation Melk und der lokalen SP-Ortsorganisation wurde die Gedenkstätte in Hofamt Priel (NÖ) für 230 im NS-Regime ermordeten Jüdinnen und Juden wieder entsprechend gestaltet. Vor zwei Jahren diente der Ort um den Gedenkstein vor allem als Ablageplatz für Reisig und Gartenabfälle. Bei einer Gedenkveranstaltung Anfang Dezember sprach der stv. SPÖ-Bezirksvorsitzende Mag. Günther Sidl von einer "damals absolut unwürdigen Situation, die eine wirkliche Schande war" und bedankte sich bei allen "die mitgeholfen haben, jenen ein würdiges Gedenken zu bewahren, die dem Verbrecherregime zum Opfer fielen".
St. Pöltner in Steyr

Eine große Delegation des Landesverbandes NÖ besuchte das "Museum Industrielle Arbeitswelt" in Steyr.
Die St. Pöltner Freiheitskämpfer besuchten am 23. Oktober 2004 das Museum "Arbeitswelt" in der Wehrgrabengasse in Steyr. Die dortige Ausstellung stellt die großen Migrationen und die Integration der verschiedenen Zuwanderer in Österreich in den vergangenen zwei Jahrhunderten dar.
Angefangen von der Wanderbewegung der Arbeiter mit ihren Familien im 19. Jahrhundert in die Zentren der Monarchie bis zur neuen Migration in unseren Tagen bietet diese Ausstellung mehr als man von ihr erwartet. Gastarbeiter wurden durch Arbeit und Brot sesshaft und sind seit langer Zeit im sozialen und gesellschaftlichen Gefüge integriert. In der Zwischenkriegszeit mit ihren Folgen von Not und Arbeitslosigkeit sind andererseits zehntausende Österreicher nach Amerika ausgewandert. Nur wenige haben dort ein glückliches Los gezogen - Arbeit, Ausbeutung durch Kapitalismus holen in allen Ländern ihren Tribut. In der NS Zeit wurden hunderttausende Menschen zum Teil unter Anwendung brutaler Gewalt und völliger Missachtung ihrer persönlichen Würde und Freiheit, zur Zwangsarbeit in die "Ostmark" verschleppt. Davon zeugen in einer Vitrine die Gegenstände aus dem Konzentrationslager Steyr-Münichholz.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurden viele Volksdeutsche und Sudetendeutsche auch in Oberösterreich nach ihren furchtbaren Strapazen untergebracht uns ins Arbeitsleben aufgenommen.
Österreich hat beim Ungarnaufstand gegen die Kommunisten 1956 und beim sogenannten "Prager Frühling" 1968 viele Flüchtlinge aufgenommen und Solidarität bewiesen. Jüdischen Flüchtlingen wurde der Weg nach Israel oder in die USA ermöglicht. Aber auch der Krieg im ehemaligen Jugoslawien hat Zehntausende in die Flucht nach Österreich getrieben. Sie wurden bei uns versorgt. Viele sind wieder in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Manche wollen für immer in Österreich bleiben. Das welthistorisch bedeutsame Jahr 1989 veränderte auch das Gesicht der Migration. In der Folge kamen vermehrt Menschen aus den Ländern des ehemaligen Ostblocks zu uns.
An unserer Exkursion in das traditionell rote Steyr nahmen 73 Gesinnungsfreunde teil. Wir konnten uns auch von der Schönheit der Stadt an der Enns mit ihren gotischen und barocken Prachtbauten überzeugen.
Karl Gruber
Flugblatt "Nie wieder Krieg!"
GR Robert Laimer, GR Mag. Gudrun Gruber,
Bgm. Mag. Matthias Stadler, Landesvors. LA a.D. Karl Gruber,
Barbara Gruber, Deniz Karabulut und Hasa Dogan.
Foto: Erich Hössinger
Der Landesverband Niederösterreich präsentierte am 28. August und 1. September am St. Pöltner Domplatz und am Hauptbahnhof ein Flugblatt zum Thema "Nie wieder Krieg" mit folgendem Text:
Es ist Eure Welt, die Ihr baut - soll sie eine friedliche, eine gerechte sein - dann müßt Ihr dafür etwas tun.
Vergesset nicht, was aus einer Welt wird, wenn man die Demokratie durch eine Diktatur ersetzt.
Rosa Jochmann
NIE WIEDER KRIEG!
55 Millionen Tote mahnen
Am 1. September 1939 begann mit dem Überfall auf Polen der II. Weltkrieg. Vor 65 Jahren wurde Europa in ein großes Unglück gestürzt. Adolf Hitler wollte mit allen Mitteln militärischer Gewalt die Weltherrschaft antreten.
Polen wurde in drei Wochen niedergerungen. Hitler und Stalin hatten sich die Beute aufgeteilt. Die baltischen Staaten, ein großer Teil von Polen sowie Bessarabien wurden der Sowjetunion "zugeordnet". England und Frankreich erklärten dem Großdeutschen Reich den Krieg.
Holland, Belgien, Luxemburg wurden überrannt und Frankreichs Maginotlinie von hintenher aufgerollt. Die englische Armee wurde bei Calais gedemütigt!
Adolf Hitler triumphierte! Nordfrankreich wurde besetzt. Südfrankreich bekam mit der "Vichyregierung" eine deutsche Vasallenregierung. Der Duce in Italien wollte Nordafrika und Albanien erobern - er brauchte aber die Hilfe der deutschen Wehrmacht.
Jugoslawien wurde erobert, besetzt und es begann der grausame Partisanenkrieg. Kreta wurde durch deutsche Fallschirmjäger geschnappt und die Engländer gingen in die Gefangenschaft.
Der Griechenlandfeldzug war zeitraubend und kostspielig. Trotz eines Nichtangriffspaktes zwischen der Sowjetunion und dem Großdeutschen Reich gab Adolf Hitler den Befehl über die Sowjetunion überraschend herzufallen. Noch im Dezember 1941 erklärte Hitler-Deutschland den USA den Krieg. Jetzt mussten Millionen junge Soldaten an allen Fronten im Krieg sterben.
Zehntausende Österreicher, Männer und Frauen, die sich dem Nazifaschismus in irgendeiner Form entgegen gestellt hatten, starben in den zahlreichen Konzentrationslagern an Unterernährung, schlechter Behandlung und Folterung oder wurden vergast. Der Bombenkrieg hat ebenso viele tausend unschuldige Kinder in den Tod gerissen.
Die FURIE des KRIEGES darf nicht bagatellisiert werden.
Wegen der Soldateska haben die Menschen Furchtbares mitgemacht. Der Luftkrieg, der Seekrieg und der Erdkrieg müssen für immer verdammt werden!
Krieg bedeutet Politik mit abscheulichen Mitteln.
Am 20. Juli 1944 misslang das Attentat auf Adolf Hitler. Dieser Putschversuch hätte vielen Millionen Menschen noch das Leben retten sollen. Leider kam es anders. Adolf Hitler und Josef Goebbels erklärten daraufhin den totalen Krieg. Die USA beherrschten jedoch den Luftraum über Europa. Der Bombenkrieg setzte seine Kultur- und Menschenvernichtungsaktion erbarmungslos mit aller Härte bis zum bitteren Ende der Naziherrschaft fort.
ÖSTERREICH WURDE WIEDER EIN DEMOKRATISCHER STAAT.
Mit den Vereinten Nationen ist unser Land seit Jahrzehnten bemüht der Welt den Frieden zu erhalten.
Zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen zeigen uns jedoch, wie schwer es ist, Frieden zu stiften und den Weltfrieden zu erhalten.
Die Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer Niederösterreichs verurteilen daher jeden Terror und jede Kriegspolitik.
1955, nach Abschluss des Staatsvertrages, verabschiedeten sich die Allierten Soldaten in ihre Heimatländer.
Im Bild: Sowjetische Soldaten vor der Heimfahrt am St.Pöltner Bahnhof.
Der Sozialdemokrat Karl Renner wurde 1945 durch eine glückliche Fügung wieder zum Staatsgründer der Republik Österreich. Im Wiederaufbau wurden hervorragende Leistungen vollbracht. Der Marshallplan der USA hat uns dabei sehr geholfen.
In einem Krieg gewinnen und verdienen nur die Patronenfabrikanten und die Rüstungsmagnaten.
Der Faschismus war eine Nachkriegsdepression und eine wirtschaftliche Folgeerscheinung des ersten Weltkrieges. Engelbert Dollfuß und Adolf Hitler waren Meister in der Verachtung des Parlamentarismus.
Der blinde Gehorsam gehörte zum militärischen Einparteiensystem.
Hitlers Aufstieg wurde erst durch die Weltwirtschaftskrise 1929 möglich. Die Nazis ersetzten den marxistischen Klassenkampf durch Rassenkampf.
Niemals vergessen:
Freiheit, Demokratie, Menschlichkeit und Soziale Sicherheit sind hohe Werte des Friedens!
Die Vereinten Nationen, gegründet am 26. Juni 1945 mit Sitz in New York, Genf und Wien, haben gerade jetzt den
Zweck:
- den Weltfrieden, durch die Schlichtung internationaler Streitigkeiten zu wahren,
- Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Nationen aufrecht zu erhalten,
- und die internationale Zusammenarbeit zur Lösung wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und humanitärer Probleme zu verstärken.
Es geht um die Förderung der Menschenrechte, ohne Unterschied von Rasse, Geschlecht, Sprache oder Religion.
Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: Landesverband Niederösterreich der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschisten, sowie Junge Generation in der SPÖ Niederösterreich, 3100 St.Pölten, Niederösterreichring 1a.
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